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Berichte 2005-2010


2005

Wir werden ein eingetragener Verein

Birgit Rabanus wurde zur 1. Vorsitzenden und Edith Masloch zu ihrer Stellertreterin gewählt. Das Amt der Kassiererin übernahm Karin Harrie und Nicole Fahrenkamp die Aufgabe der Schriftführerin. Christoph Kraft, Antje Hering und Beate Weber wurden Beisitzer. Die Kasse werden Horst Schäfer und Bernhard Stözel prüfen. Unsere Jahresplanung für 2005: Wir treffen uns regelmäßig am 2. und 4. Freitag eines Monats um 17.00 Uhr im Siegerlandzimmer der Siegerlandhalle zum Informations- und Erfahrungsaustausch.

Außerdem planen wir im Sommer ein Grillfest und einen Diavortrag über die Australienreise einer Rollstuhlfahrerin und im Herbst ein MS-Symposium sowie eine Tagesfahrt zur Düsseldorfer Pflegemesse REHA Care. Zur Zeit bereiten wir unsere Teilnahme am "Tag der Begegnung von Behinderten und Nichtbehinderten" vor, der am 11. Juni in der Siegener Innenstadt stattfinden wird. Mit einem Infotisch und selbstgestalteten Plakaten stellen wir die Gruppe vor und informieren über die chronische Erkrankung Multiple Sklerose.

"Tag der Begegnung" im Juni

Bereits zum 10. Male fand der Siegener "Tag der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung" statt. 40 Vereine, Gruppen und Institutionen boten mit ihren Infoständen ein buntes Bild auf dem Maria-Rubens-Platz (Siegplatte). Auch wir nutzten die Möglichkeit, um uns selbst darzustellen und mit Anderen ins Gespräch zu kommen.

Unser Stand mit vielfältigem Informationsmaterial war stets gut besucht und auch die Ausstellung der selbst gestalteten Plakate zu den Themen MS, Behinderungen, (fehlende) Barrierefreiheit und Aktivitäten unserer Gruppe lockten viele der Besucher an. Von unserem Standplatz aus konnten wir gut die musikalischen und tänzerischen Beiträge des Programms auf und vor der Bühne verfolgen. MoRaMi boten feurige Akrobatik und schauten als Stelzenläufer bei den einzelnen Ständen vorbei.

Es war gut, dass sich so viele Mitglieder unserer Gruppe an den Vorbereitungen beteiligten und bei der Standbesetzung ablästen, denn sonst hätten wir diesen schönen - aber sehr anstrengenden - Tag sicher nicht so gut hinbekommen.

Grillfest im Juli

Um auch die Geselligkeit innerhalb der Gruppe nicht zu kurz kommen zu lassen, trafen sich viele der Mitglieder zum Grillfest im Garten von Miriam und ihren Eltern. Beim Aufbau der Pavillons und Sitzgelegenheiten war Durchhaltevermögen gefragt, denn es schüttete wie aus Eimern. Das Fest schien im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser zu fallen...

Doch rechtzeitig hörte es auf zu regnen und die Party konnte beginnen. Fürs leibliche Wohl war bestens gesorgt, denn alle Anwesenden hatten etwas mitgebracht: erstklassiges Grillfleisch und Gemüsespieße, tolle Salate und Dips, köstliches Brot und leckere Desserts sowie eine große Auswahl an Getränken. Wiederholung ist unbedingt erwünscht und so wurde der Abend noch ziemlich lang und sehr unterhaltsam...

Vielen Dank an alle, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben!

Mit dem Rollstuhl nach Sidney

"Nach sorgfältiger Planung haben meine Freundin Claudia und ich unsere Reise am 28.10.2004 begonnen. Zusammen wollen wir meine ehemalige Arbeitskollegin in Sydney besuchen, bei der wir auch wohnen werden.

Sehr aufgeregt starten wir vom Frankfurter Flughafen unsere Reise ans andere Ende der Welt. Als Rollstuhlfahrerin werde ich anders behandelt als die anderen Mitreisenden. Schon beim Einchecken bekomme ich mitgeteilt, dass ich als Erste ins Flugzeug gelangen werde. Von netten, hilfsbereiten Mitarbeitern werde ich mit dem Rolli direkt ins Flugzeug an meinen Platz geleitet. Wir fliegen zunächst 6 Stunden nach Dubai, wo wir 4 Std. Aufenthalt haben. In Dubai werde ich vom Flugzeug mit dem Rollstuhl abgeholt und ins Flughafengebäude gebracht. Wir werden für den Langstreckenflug auch abgeholt, und ich rolle wieder als erste Person ins Flugzeug. Bis hierher hat alles super geklappt. Das Flugpersonal ist sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Da wir schrecklich aufgeregt sind, ist an Schlafen nicht zu denken.

Nach 16 Std. Flug landen wir ohne Zwischenfälle am 29.10.2004 um 6 Uhr in Sydney. Auch dort werde ich direkt vom Flieger ins Flughafengebäude geleitet. Von meiner Freundin Birgit und ihrem Mann Ronald werden wir abgeholt. Wir können es noch gar nicht fassen: Wir haben es geschafft! Sydney ist eine aufregende Metropole. Es gibt so viel zu sehen, dass wir gar nicht wissen, wo wir anfangen sollen. Birgit erklärt uns erst einmal, wie wir beide am besten mit dem Zug in die City und zurück kommen. Schon am dritten Tag machen wir uns alleine auf die Socken. Es ist ganz einfach, mit dem Rollstuhl an den Bahnsteig zu kommen, da es an jedem Bahnhof gut funktionierende Aufzüge gibt. Auch das Umsteigen bereitet keine Probleme, denn Claudia hat sehr schnell herausgefunden, wie sie mich in den Zug geschoben bekommt.

Wenn ein Rollstuhlfahrer mal keine Begleitperson hat, gibt es an jedem Bahnhof hilfsbereite Angestellte, die z.B. eine Rampe an die Tür legen. Auch hier in Sydney bin ich freudig überrascht über so viele nette freundliche Menschen.Es macht Spass, ohne Probleme diese aufregende Stadt zu erkunden. In den vier Wochen haben wir viel gesehen und nur noch gestaunt. Ich bin sicher die einzige Rollstuhlfahrerin, die tief in die Blue Mountains vorgedrungen ist... Birgit hat uns so viel gezeigt, was man als normaler Tourist sicher nicht zu sehen bekommt. Alles in allem war diese Reise ein unvergessliches Erlebnis. Ich würde diese Reise jederzeit wiederholen.

"Es war einfach sagenhaft!"

MS-Informationstag im Oktober mit mehr als 200 Gästen

"Multiple Sklerose im 21. Jahrhundert" hieß unsere Veranstaltung, die sich an Betroffene, deren Angehörige und Freunde, aber auch an Ärzte und Therapeuten richtete. Der Einladung in die Siegener Weißtalhalle folgten über 200 Besucher und sie wurden mit spannenden Beiträgen von hochkompetenten Referenten und an verschiedenen Infoständen umfassend informiert. Organisiert wurde der Informationstag von Birgit Rabanus, Edith Masloch, Karin Harrie, Nicole Fahrenkamp und Alexander Simonow.

Angelika Flohren, Siegens stellvertretende Bürgermeisterin, hob in ihrem Grußwort wegen der Informationsvielfalt den Kongresscharakter hervor. Die Behandlungsoptionen der Siegener Neurologen wurden von Gisela Ess, die zusammen mit Dr. Arno Janssen eine Gemeinschaftspraxis fährt, aufgezeigt. Wie einzelne MS-Symptome effektiv therapiert werden können, verdeutlichte der Chefarzt der Neurologischen Abteilung der Kamillus-Klinik Asbach Dr. Dieter Pöhlau. Ein Glanzlicht setzte Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, der mit dem Sobek-Forschungspreis 2004 ausgezeichnete Wissenschaftler und Leiter des Forschungsbereichs Neuroimmunologie am Max-Planck-Institit München. Er verstand es, sehr komplizierte molekularbiologische Zusammenhänge bei der Erforschung der MS dem Publikum als spannende Entdeckungsreise und hoffnungsvolle Zukunftsvision in leicht verständlichen Worten nahe zu bringen.

Dr. Andreas Sackmann, Chefarzt der Neurologischen Fachklinik Hilchenbach, stellte moderne Rehabilitationskonzepte bei MS vor. Der Herborner Neurologe und Psychiater Alexander Simonow betonte in seinem Referat über die Ziele der "MS-Sprechstunde", dass der umfassend informierte Patient am therapeutischen Entscheidungsprozess gleichberechtigt zu beteiligen sei. Aufgelockert wurde das Programm durch den Beitrag der leitenden Physiotherapeutin der Sauerlandklinik Hachen, Gabriele Reimann, die verschiedene Behandlungskonzepte anhand eines Films darstellte. In die gut gefällte Weißtalhalle kam Bewegung, als der Feldenkrais-Lehrer Lutz Moleski mit dem Publikum Feldenkrais-Lektionen ausführte. Abschließend stellten einige Mitglieder der MS-Selbsthilfegruppe Siegen e.V. dar, welche Ärgerlichen oder heiteren Erlebnisse zum "Leben mit MS" gehören können. Die Zuschauer zeigten deutlich, dass auch sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Weil die Veranstaltung von Betroffenen für Betroffene so erfolgreich war, ist eine Fortsetzung geplant.

Besuch der Reha CARE in Düsseldorf

Zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst Siegen führten wir eine Tagesfahrt zur Internationalen Fachmesse für Pflegebedarf durch. Bei der größten Fachmesse dieser Art wurden technische Hilfsmittel und Alltagshilfen für Behinderte und chronisch Kranke gezeigt.

Es konnten z.B. verschiedene Rollator- und Rollstuhlmodelle ausprobiert und verglichen werden. Besonderes Interesse galt einem geländegängigen Rollstuhl, der selbst schwierige Hindernisse überwinden kann. Dieses Modell müsste jedoch vom Benutzer selbst finanziert werden, da die Krankenkassen die vergleichsweise hohen Kosten nicht übernehmen. Auch behindertengerechte Automobile werden nur dann bezuschusst, wenn der oder die Behinderte berufstätig ist. Die Beratung an den Ausstellungsständen wurde als anschaulich und umfassend empfunden.

Dieses Fazit zogen die Gruppenmitglieder am Ende ihres Besuchs in Düsseldorf: Es gibt erfreulich viele unterschiedliche Hilfsmittel, die Menschen mit Handicap das Leben erleichtern können. Vieles scheitert dann aber an den fehlenden finanziellen Möglichkeiten der Betroffenen. Erfreulich war jedoch, dass ein Aussteller der Sonderschau "Barrierefreie Wohnideen" eine rollstuhlgerechte Küche anbot, deren Preis sich kaum von dem einer normalen Küche unterschied.

Mitgliederversammlung im Dezember

Die beiden Vorsitzenden Birgit Rabanus und Edith Masloch blickten auf die Gruppenaktivitäten in diesem Jahr zurück. Der Höhepunkt dieses Jahres war die überaus gut besuchte MS-Informationsveranstaltung im Oktober, die mit hervorragenden Referenten auf außerordentliches Interesse stieß. Die regelmäßigen Gruppentreffen sind für die Betroffenen sehr wichtig, denn gute Gespräche, gegenseitiges Mutmachen und das Weitergeben wertvoller Informationen sind eine große Hilfe im Umgang mit der Erkrankung.

Edith Masloch, die sich trotz ihrer eigenen Erkrankung seit über 20 Jahren unermüdlich und selbstlos für die Belange anderer MS-Betroffener einsetzt und ihnen persönliche Unterstützung in vielfältiger Form gibt, erhielt eine Auszeichnung der besonderen Art: den "Ersten Siegener MS-Preis", dessen Dotierung in einer Urkunde und einem SSK bestand. Das SSK ist ein SUPER-SCHUTZ-KROKODIL aus Edelstein geschliffen, klein, handlich und im Reisebeutel, das sie bei allen weiteren Taten begleiten und schützen soll.

Anschließend ließen alle im Restaurant der Siegerlandhalle bei leckerem Essen das ereignisreiche Jahr 2005 fröhlich ausklingen. Rainer Damerius, der Beauftragte für Behindertenfragen der Stadt Siegen, vertrat die Meinung, dass es den Gründerinnen gelungen sei, eine Gruppe zu schaffen, in der Selbstbestimmung und selbstverantwortliches Handeln für ALLE an erster Stelle stehen.

Ein großer Dank gebührte sowohl dem Malteser Hilfsdienst Siegen, der es mit seinem Behindertenfahrdienst und den ehrenamtlichen Helfern auch den schwer erkrankten Mitgliedern ermöglicht, an den Gruppentreffen und Ausflügen teilzunehmen, als auch den Spendern, die die Finanzierung dieses Abends ermöglichten.

Das war ein erfolgreiches und aufregendes Jahr 2005!


2006

Unterstützung durch die Sportfreunde Siegen

Im Oktober 2005 erhielten wir ein Geschenk der ganz besonderen Art:
Von dem Quelle-Technik-Center in der Siegener Bahnhofstraße wurde uns eine Waschmaschine in einem außergewöhnlichen Farbton überreicht - sie erstrahlt in glänzendem Gold. Um den Wert dieses limitierten Modells noch zu steigern, baten wir die Sportfreunde Siegen, durch ihre Unterschriften diese Waschmaschine zu einem wirklich einmaligen Goldstück zu machen. Sie waren von der Idee begeistert und sofort bereit, uns mit dieser Aktion zu unterstützen.

Einige unserer Vorstandsmitglieder trafen sich im Siegener Leimbachstadion mit dem Mannschaftsführer der Sportfreunde Siegen, Peter Nemeth, um das signierte "Goldstück" wieder in Empfang zu nehmen und sich gleichzeitig für die Autogramme zu bedanken. Nun soll die Maschine verkauft werden...

Klinikbesichtigung im April

Eine Delegation unserer Gruppe besichtigte mithilfe des Fahrdienstes und der Begleitung durch Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes die Klinik für Neurologie in Hagen-Ambrock. Die Sozial- und Rehaberaterin Frau Renate von Bormann informierte uns über die verschiedenen Indikationen für eine neurologische Rehabilitation in der Klinik.

Nachdem die einzelnen Therapieangebote wie Physio- und Sporttherapie, Ergotherapie, Physikalische Therapie, Sprachtherapie, Musik- und Maltherapie oder Neuropsychologie vorgestellt wurden, folgte eine Führung durch das modern gestaltete Haus.

Radiobeitrag im Juni

Im Rahmen der Bürgerfunksendung auf den Frequenzen von Radio Siegen berichteten einige unserer Mitglieder über ihre Erfahrungen mit Mitarbeitern von Behörden oder anderen Mitmenschen und deren Art, mit MS-Betroffenen und ihren unterschiedlichen Beeinträchtigungen umzugehen. Die Erkrankung an sich ist schon schwierig, aber die Reaktionen im Umfeld, einiger Ärzte, Ämter und Krankenkassen stellen oft ungeahnte Hürden dar, die dann zusätzlich mit enormen Kraftaufwand überwunden werden müssen. Im Gespräch mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Siegen, Rainer Damerius, stellen wir diese Schwierigkeiten d

"Tag der Begegnung"

Bei sonnigem Wetter fand am 10. Juni in Siegen bereits zum elften Male der "Tag der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung" statt. Auf dem Maria-Rubens-Platz (Siegplatte) boten über 40 Vereine, Gruppen und Institutionen mit ihren Ständen ein buntes Bild. Verschiedene künstlerische Darbietungen auf und vor der Bühne erfreuten das Publikum. Wir nutzten die Möglichkeit, unsere Gruppe darzustellen und mit Anderen ins Gespräch zu kommen.

Unser Stand mit vielfältigem Informationsmaterial war gut besucht und auch die Ausstellung der 20 selbst gestalteten Plakate zu den Themen Multiple Sklerose, Behinderungen, Barrieren im Alltag und Aktivitäten unserer Gruppe lockte viele Interessierte an. Eine große Auswahl an leckerem selbstgebackenen Kuchen und frisch gebrühter Kaffee fanden ebenfalls großen Anklang bei unseren Besuchern. Viele Mitglieder unserer Gruppe beteiligten sich an den Vorbereitungen und arbeiteten bei Standbesetzung, Auf- und Abbau gut zusammen. Nur so war die erfolgreiche Teilnahme an diesem Tag der Begegnung möglich. Nächstes Jahr sind wir bestimmt wieder dabei....

Pfarrfest in Mudersbach

Rund um die Mudersbacher Kirche fand am 16. Juli 2006 das alljährliche Pfarrfest der katholischen Pfarrgemeinde "Maria Himmelfahrt" statt. An diesem heißen Julitag waren wir mit einem Stand vertreten, um über MS und unsere Gruppe zu informieren. Der Pfarrgemeinderat hatte im Vorfeld entschieden, dass ein Teilerlös des Festes unserer Gruppe gespendet werden sollte. Dafür bedanken wir uns recht herzlich und freuen uns, dass die Pfarrgemeinde unsere wichtige Arbeit auf diesem Weg unterstützt.

Gute Laune bei unserem Sommerfest

So wie im vergangenen Jahr kamen viele unserer Mitglieder zum Sommerfest rund um den Grill von Familie Krug. Trotz einiger heftigen Regenschauer wollten wir uns nicht die Freude nehmen lassen, zünftig zu feiern. Die Kinder hatten riesigen Spaß beim Stockbrot-Backen und konnten im großen Garten ausgiebig herumtoben. Die "paar Regentropfen" bemerkten sie fast gar nicht... Neben Grillsteaks und Würstchen gab es bunte Salate und leckere Desserts, die selbst zubereitet hatten. Alkoholfreie Getränke und verschiedene Biersorten waren selbstverständlich in ausreichender Menge besorgt worden.

Für uns alle ist es wichtig, auch mal Spaß zu haben und gemeinsam mit unseren Freunden und Familien zu feiern. Neben den regelmäßig stattfindenden Gruppentreffen, bei denen auftretende Probleme im Zusammenhang mit der chronischen Erkrankung Multiple Sklerose besprochen werden, sind auch Feiern wie diese wichtig für den Zusammenhalt in der Gruppe, so die Vorsitzende Birgit Rabanus.

Zukünftige Aktivitäten stellte die zweite Vorsitzende Edith Masloch vor:
Am 28.09.2006 werden wir uns mit einem Stand im VHS-Gebäude in der Bismarckstraße in Weidenau vorstellen und über MS informieren. Der Chefarzt der Schloßbergklinik in Bad Laasphe, Peter Wittenhorst, wird dort über Therapiemöglichkeiten, Hilfen und Chancen bei MS referieren. Darüberhinaus werden wir im November ein Familienwochenende im Josef-Gockeln-Haus in Kirchhundem-Rahrbach verbringen, um dort mit Unterstützung der Mitarbeiter des Hauses und eines Siegener Psychologen über die Auswirkungen der MS auf das Familienleben zu sprechen und mögliche Lösungsstrategien bei auftretenden Problemen zu entwickeln.

Rollstuhlgebrauchstraining im November

Unter der Leitung des Diplom-Sportpädagogen Wolfgang Henkel verbrachten 9 unserer Mitglieder in der Schloßberg-Klinik in Bad Laasphe ein lehrreiches Wochenende. Dort hatten wir die Möglichkeit, den Umgang mit dem eigenen Rollstuhl zu verbessern oder aber klinikeigene Rollstühle zu testen und zu vergleichen. Begleitet wurde dieses Seminar von Fachkräften der Fachhoch- schule Bielefeld, Abteilung Industrielle Bewegungstechnologie die sich unter anderem mit dem Sitzkomfort für Rollstuhlfahrer beschäftigt. Dies bot den Rollifahrern eine gute Gelegenheit, auf die Schwierigkeiten hinzuweisen, die durch langes Sitzen im Rolli entstehen können. Ein "elektronisches" Sitzkissen, das die Druckverteilung des Körpergewichts genau aufzeichnet, verriet, ob der vorhandene Rollstuhl bedürfnisgerecht eingestellt ist.

Wolfgang Henkel ging ganz individuell auf uns ein, denn wir haben bisher sehr unterschiedliche Erfahrungen mit dem Rollstuhl gemacht: Einige brauchen ständig dieses Hilfsmittel, andere bei Bedarf je nach Tagesverfassung und Tätigkeit, einige haben vorher noch nie in einem Rolli gesessen, wollen aber ihre Berührungsangst abbauen. Ein Hindernis-Parcours mit unterschiedlichen Elementen forderte uns dazu auf, unsere Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit zu trainieren. Ein Federballspiel, allerdings nicht mit dem üblichen Federball, sondern mit einem Luftballon, sorgte für jede Menge Heiterkeit und Spaß. Schließlich musste ja der Rollstuhl bewegt und gleichzeitig der Ballon hochgeschlagen werden. Zum Abschluss des Seminars machten alle den "Rollstuhlführerschein". Eine Wiederholung dieses Trainingsseminars wurde gewünscht, um noch viel mehr Tricks und Kniffe zu erlernen. Außerdem hat der Rolli für manche viel von seinem vermeintlichen Schrecken verloren...

Jahresabschlusstreffen

Im Dezember trafen wir uns zu einer gemütlichen Feier im Restaurant der Siegerlandhalle, um bei einem leckeren Essen einen stimmungsvollen Abend zu verbringen und so den Ausklang des Jahres zu begehen. Als Gäste konnten Vertreter des Malteser Hilfsdienstes Siegen begrüßt werden, die uns mit ihrem Behindertenfahrdienst das ganze Jahr über ehrenamtlich und zuverlässig Hilfe leisten. Die beiden Vorsitzenden Birgit Rabanus und Edith Masloch blickten zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. Sie bedankten sich bei allen Vereinsmitgliedern für den tollen Zusammenhalt der Gruppe, die durch Offenheit und das gegenseitiges Verständnis geprägt ist. Nur dadurch sei es möglich, sich untereinander zu stützen und so die Selbsthilfe im ursprünglichen Sinn zu verwirklichen.

Der vor knapp zwei Jahren gegründeten MS-Selbsthilfegruppe Siegen e.V. gehören mittlerweile 80 Mitglieder an. Für die geleistete Arbeit bedankten sich die Gruppenmitglieder mit Blumen und kleinen Geschenken bei den vier Gründerinnen und jetzigen Vorstandsmitgliedern, die sichtlich gerührt waren. Antje Hering und Karin Andreas, beide ebenfalls MS-Betroffene, würdigten die Leistungen der vier Frauen, die trotz großer gesundheitlicher Probleme auch in diesem Jahr nicht aufgaben, für die anderen Mitglieder da zu sein. Stets seien sie mit Kompetenz und viel Zeit bereit gewesen, sich den verschiedensten Aufgaben zu stellen.


2007

Mitgliederversammlung am 05.05.2007

Einen umfangreichen Tätigkeitsbericht trugen die erste Vorsitzende Birgit Rabanus und deren Stellvertreterin Edith Masloch über die ersten beiden Jahre seit der Vereinsgründung vor. Danach konnte die Kassiererin Karin Harrie einen einwandfreien Kassenbericht vorlegen, der ohne Beanstandungen von den Kassenprüfern Horst Schäfer und Bernhard Stötzel abgenommen worden war. Es wurde Wert darauf gelegt, dass alle Geldeingänge und Ausgaben für die Vereinsmitglieder transparent und nachvollziehbar waren.

Die beiden Vorsitzenden und die Kassiererin sowie Nicole Fahrenkamp als Schriftführerin wurden im Amt bestätigt. Als Beisitzer wurden Antje Hering, Beate Weber und Christoph Kraft wiedergewählt. Die Aufgabe der Kassenprüfung werden Horst Schäfer und Friedhelm Eickhoff übernehmen.

Die geleistete Arbeit des Vorstandes wurde ausdrücklich von den anwesenden Mitgliedern gewürdigt. Die wichtigste Aufgabe unserer Gruppe, der inzwischen über 80 Mitglieder angehören, ist die gegenseitige Unterstützung und Hilfe. So stehen sowohl alle Vorstandsmitglieder, als auch einige andere Gruppenangehörige bei Fragen rund um die MS stets zur Verfügung.

Strategien zur Krankheitsbewältigung finden, Ängste abbauen, informieren über Therapiemöglichkeiten oder umfassende Basisinformation an Neuerkrankte weitergeben sind Beispiele der Hilfen für MS-Betroffene und ihre Angehörigen. Geht es einem Betroffenen schlecht, versuchen die anderen Gruppenmitglieder, mit Gesprächen Kraft und Zuversicht zu geben und Hilfen aufzuzeigen.

Denn unser Motto lautet: Gemeinsam sind wir stark!

"Tag der Begegnung" - wir waren wieder dabei!

Bei angenehmen Juni-Temperaturen lockte ein tolles, unterhaltsames Bühnenprogramm zahlreiche Interessenten am "Tag der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung" zu den verschiedenen Ständen der Selbsthilfegruppen und Behindertenverbände in die Siegener Innenstadt und auf die Siegplatte. Durch die tatkräftige Hilfe vieler Gruppenmitglieder beim Auf-und Abbau unseres Infostandes, die zahlreichen leckeren Kuchenspenden und die prima Standbesetzung war unsere Teilnahme wieder ein voller Erfolg!

Den Kaffee und Kuchen konnten die Besucher an einem kleinen gedeckten Tisch vor unserem Stand genießen und einige "trauten" sich dabei an das Informationsmaterial über MS heran, das an unserem Stand auslag. In diesem Jahr boten wir erstmals den Verkauf von Losen der "Glückspilzlotterie" der Wohlfahrtsverbände an, bei der zahlreiche Geldgewinne lockten. Die Ausstellung zeigte selbstgestaltete Plakate zum Thema Multiple Sklerose, Leben mit Behinderung und die alltäglich Barrieren sowie Informationen zur Arbeit unserer Selbsthilfegruppe. Uns hat es viel Spaß gemacht, sodass wir im nächsten Jahr bestimmt wieder dabei sein werden.

MS-Informationstag

Der zweite MS-Informationstag, den wir gemeinsam mit dem Verband für Qualitätsentwicklung in Neurologie und Psychiatrie (QUANUP e.V.) veranstalteten, zog zahlreiche MS-Betroffene, deren Angehörige und Freunde, aber auch Ärzte und Therapeuten in die Weidenauer Bismarckhalle. Planung und Organisation der Veranstaltung teilten sich Birgit Rabanus, Edith Masloch, Karin Harrie und Nicole Fahrenkamp (alle selbst an MS erkrankt) und der niedergelassene Neurologe Alexander Simonow aus Herborn.

Siegens stellvertretende Bürgermeisterin, Angelika Flohren und der Beauftragte für Behindertenfragen der Stadt Siegen, Rainer Damerius betonten in ihrem Grußwort, wie wichtig diese Veranstaltung sei, und lobten das außerordentliche Engagement der Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe, die trotz der eigenen Erkrankung ehrenamtlich andere MS-Betroffene in vielfältiger Weise unterstützten.

Peter Wittenhorst, der frühere Chefarzt der Schloßbergklinik in Bad Laasphe, erörterte in seinem Referat sehr ausführlich die unterschiedlichen Verlaufsformen der Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten. Dr. Markus Heibel, Chefarzt der Sauerlandklinik Hachen, schilderte, welche Hilfen es für die verschiedenen Symptome der MS, z.B. bei einer Spastik, gibt. Der Mediensoziologe Raimund Klauser, tätig beim Institut für Medienforschung der Universität Siegen, zeigte auf, welches Bild der MS durch den Einfluss von Film und Fernsehen bei der breiten Öffentlichkeit entsteht, und hinterfragte, ob dieses auch der Realität entspricht.

Alexander Simonow, der regelmäßig eine MS-Sprechstunde anbietet, informierte über die Erfahrungen in seiner Praxis und ging dabei besonders auf Ängste und Irrtümer ein. Privatdozent Dr. Christoph Heesen, Oberarzt am Universitätskrankenhaus Hamburg, berichtete über eine Studie, bei der MS-Patienten nach umfangreicher Schulung gemeinsam mit dem Arzt entscheiden können, welche Therapie zu welchem Zeitpunkt für sie in Frage kommt.

Antje Hering und Alexandra Schnoor führten mit dem MS-betroffenen Karikaturisten Phil Hubbe aus Magdeburg ein Interview, bei dem er über seine "behinderten Cartoons" und Reaktionen darauf berichtete. Seine Bücher und Kalender konnten auch gekauft und auf Wunsch von ihm signiert werden.

Dr. Markus Krumbholz, tätig im Bereich Neuroimmunologie am Max-Planck-Institut in München, brachte dem Publikum in verständlichen Worten das komplizierte Geschehen des Entstehens der MS nahe. Erst durch diese Forschung sei es möglich, wirksame neue Therapien zu entwickeln und so eventuell in Zukunft eine Heilung der bis jetzt unheilbaren Erkrankung zu ermöglichen.

Die Zuhörer hatten stets die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen, und viele taten dies auch. In den Pausen konnten die Besucher an verschiedenen Infoständen zusätzliche Informationen erhalten und sogar verschiedene Hilfsmittel ausprobieren.


2008

Herr Dr. Sebastian Schimrigk referierte

Vor 28 interessierten Mitgliedern und Gästen stellte der Direktor der Neurologie am Klinikum Lüdenscheid, Herr Dr. Schimrigk, und seine Mitarbeiterin Frau Ina Selka beim Gruppentreffen in der Siegerlandhalle die von ihm angebotene MS-Spezialambulanz vor.

Der frühere Oberarzt der Neurologischen Klinik der Bochumer Ruhr-Universität am St. Josef-Hospital berichtete über die Behandlung von MS-Patienten sehr verständlich und zeigte auf, dass bei vielen eine Verbesserung ihrer Handicaps möglich sei. Unter anderem ging er auch auf verschiedene Studien zur MS-Behandlung ein, die an der Klinik durchgeführt wurden, z.B. zur Behandlung neuropathischer Schmerzen.

Zum Einholen einer Zweitmeinung zur Diagnosestellung oder Therapieentscheidung kann die MS-Ambulanz mit einer Überweisung des behandelnden Neurologen aufgesucht werden. Herr Dr. Schimrigk machte deutlich, dass er mit seiner MS-Ambulanz nicht mit den niedergelassenen Neurologen konkurrieren will, sondern sich vielmehr als eine hilfreiche Ergänzung sieht.

Viele Fragen der Anwesenden zu Therapiemöglichkeiten, vor allem für den chronisch-progredienten Verlauf der Erkrankung, wurden beantwortet. Hier stehen leider nur wenige Medikamente zur Verfügung und auch die meisten Studien zur Behandlung der MS sind für Patienten mit einem schubförmig-remittierenden Verlauf vorgesehen.

Es war ein sehr informativer Abend und wir haben uns gefreut, einen so netten und kompetenten Arzt kennen zu lernen.

Spendenübergabe der Mudersbacher Patchworkfrauen

Über ein Jahr trafen sich jeden Monat die Mudersbacher Patchworkfrauen, um gemeinsam zu nähen und neue Ideen zu entwickeln. Mudersbacher Patchworkfrauen? Das sind: Marliese Dubreuil, Anneliese Hambloch, Helene Kölzer, Luisa Közer, Susanne Kölzer, Simone Meier, Inge Nickol, Annette Piccolini, Gisela Stausberg, Klara Stettner, Hanne Wüst, Helga Zimmermann. Große farbenfrohe Quilts und Kissen, weihnachtliche Dekoration, fantasievolle Taschen und Decken waren von ihnen mit viel Liebe zum Detail hergestellt worden. Bereits zum vierten Mal veranstalteten die elf Frauen im Oktober 2007 eine Verkaufsausstellung im katholischen Pfarrheim Mudersbach, bei der die gemeinsam geschaffenen Kunstwerke in großartiger Vielfalt präsentiert wurden. Die Besucher kamen zahlreich und die schönsten Stücke waren " wie immer " schnell verkauft. Die gemütliche Atmosphäre mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen lud zu Gesprächen inmitten der Ausstellung ein.

Der Reinerlös dieses Wochenendes betrug €3000,- und sollte an drei gemeinnützige Vereine gespendet werden. Je €1200,- erhielt der "Ambulante Kinderhospizdienst Siegen e.V.", vertreten durch Anette Weth, sowie "Kinder in Not Kreis AK e.V.", für den Martina Wagner den Scheck dankbar entgegennahm. Unsere 1. Vorsitzende, Birgit Rabanus, freute sich über den Betrag von €600,- der unserer Gruppe zugutekommt. Bei einer kleinen Feierstunde berichteten die Vertreterinnen der Vereine über ihre Arbeit und stellten vor, wofür sie das Geld verwenden mächten. Sie würdigten nochmals das außerordentliche Engagement der 12 Frauen.

Besuch der Krankenpflegeschule (St. Marien-Krankenhaus)

Schon oft wurden Vertreterinnen unserer Selbsthilfegruppe von Ausbildungsstätten für medizinische und soziale Berufe eingeladen, um über die Erkrankung Multiple Sklerose und ihre Auswirkungen zu berichten. Dieses Mal übernahmen Antje Hering und Nicole Fahrenkamp diese Aufgabe und waren bei Schülerinnen und Schülern des Abschlusslehrjahres der Krankenpflegeschule des St. Marien-Krankenhauses zu Gast. Der Kontakt kam durch eine Schülerin zustande, die im vergangenen Jahr eine MS-Betroffene unserer Gruppe als Patientin auf ihrer Station kennen gelernt hatte.

Die angehenden Krankenschwestern und Pfleger wurden über die Verbreitung der MS und die noch immer ungeklärte Ursache informiert. Die Geschehnisse im zentralen Nervensystem und mögliche Folgen für die Betroffenen wurden anschaulich beschrieben. Wie der Alltag mit der chronischen Erkrankung aussehen kann, wurde ebenfalls thematisiert. Dabei wurde auch die wichtige Hilfe bei der Krankheitsbewältigung durch unsere Selbsthilfegruppe dargestellt. Viele Fragen stellten die Schülerinnen und Schüler und fanden es sehr positiv, nicht nur theoretisch ein Krankheitsbild kennen zu lernen.

"Behindertentauchen" am Frauentag und Vortrag

Am 08.03.2008 probierten einige unserer Mitglieder das Schnuppertauchen, ein Angebot des Sanitätshauses Medica und der Firma ASTRA tech in der Neurologischen Fachklinik Hilchenbach.

Hier ein kleiner Erfahrungsbericht: "Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen wurde uns von ebenfalls behinderten Tauchlehrern erklärt, was bei einem Tauchgang zu beachten ist, und wie unter Wasser die Verständigung per Handzeichen funktioniert. Ungewohnt war das Atmen durch den "Lungenautomat", wobei während des Tauchganges ausschließlich durch den Mund ein- und ausgeatmet wird. Aber auch das war nach kurzem üben gar nicht mehr so schwer. Stets waren zwei ausgebildete Behindertentauchlehrer zusammen mit dem Schüler im Wasser. Einer war unter und der Andere über dem Schüler, um das größtmögliche Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Es war ein unglaublich tolles Erlebnis, sich schwerelos im Wasser zu bewegen und dabei die körperlichen Einschränkungen und Schmerzen zu vergessen. Was an Land so unendlich schwer ist, verliert unter Wasser jegliches Gewicht. Es war toll und wir können oft mehr, als wir uns selbst zugetraut haben!"

Die Inhaber der Tauchschule "Crazy Bubbles" aus Horb am Neckar in Baden-Württemberg, Caren und Michael Totzauer, waren extra angereist, um uns das Tauchen näher zu bringen.

Die Behindertentauchlehrerin Anette Saure und Matthias Richter von der Tauchschule Sorpesee stellten uns beim Gruppentreffen sehr anschaulich einen Teil ihres Ausbildungsprogramms vor. Bei ihnen können Menschen mit Behinderung das Tauchen erlernen und sogar den Tauchschein machen, beides aus Sicherheitsgründen natürlich nur zusammen mit entsprechend ausgebildeten Begleitpersonen. Im nächsten Jahr wollen wir an verschiedenen Tagen ein "Schnuppertauchen" für Interessierte anbieten.

Der Beckenboden

Was und wo ist der Beckenboden und welche Funktionen hat er, wie kann ich ihn (auf-)spüren und ihn bewusst einsetzen? Mit dieser Fragestellung begann im April der 10-wöchige Beckenboden-Kurs in der Turnhalle am Oberen Schloss, den Hans Jürgen Stendenbach, ein erfahrener Übungsleiter der TSG Siegen 1846 e.V., für interessierte Gruppenmitglieder anbot. Es wurden theoretische und praktische Inhalte vermittelt. Die Übungen fanden im Sitzen, Stehen, Kniestand und Rückenlage mit und ohne Ball statt. Entspannungsübungen waren natürlich auch mit dabei. Am letzten Kurstag wurden kleine Übungsstöckchen verschenkt, deren Stoffbezug mit passenden Motiven, also Schildkröten für den Herrn und Hühner für die Damen, versehen ist. Die netten Überraschungen waren selbstgenäht und befüllt von zwei Teilnehmerinnen. Alle waren mit diesem Schnupper-Kurs sehr zufrieden und wollen, besonders wegen der positiven Wirkung auf die Blase, täglich Übungen zur Stärkung ihres Beckenbodens durchführen.

"Tag der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung"

"Wenn das Wetter so bleibt wie in den letzten Wochen können wir unsere Teilnahme am Tag der Begegnung vergessen...." befürchteten wir, denn zuvor war es sehr schwül und drückend. Und das hatte viele von uns so geschwächt, dass Anstrengungen vermieden werden mussten, aber zum Glück änderte sich das Wetter rechtzeitig. Wie im Jahr zuvor hatten wir einen angenehmen Standplatz auf dem Maria-Rubens-Platz (Siegplatte), wo wir umfangreiches Informationsmaterial über Multiple Sklerose und eine große Auswahl an selbst gebackenem Kuchen mit frisch gebrühtem Bio-Kaffee anboten. Herzhaftes wie Quiche Lorraine (Specktorte), Pizzaschnecken und belegte Brötchen war ebenfalls sehr beliebt.

Am Stand wurden intensive Gespräche mit MS-Betroffenen, Angehörigen und Interessierten geführt. Die Plakate zu den Themen MS, Leben mit Behinderung, Barrieren im Alltag und Aktivitäten unserer Gruppe waren für die Ausstellung neu gestaltet worden. Besonders interessiert zeigte sich eine Gruppe Jugendlicher, die als Teil ihrer Firmungsvorbereitung zusammen mit Regina Printz von der Gruppe "Pro Retina" die einzelnen Stände aufsuchten und sich informierten. Der Verkauf von Losen der "Glückspilzlotterie der Wohlfahrtsverbände", bei der zahlreiche Geldgewinne lockten, sorgte ebenfalls für eine hohe Besucherfrequenz.

Die verschiedenen künstlerischen Darbietungen auf und vor der Bühne waren wieder sehr unterhaltsam und erfreuten das Publikum. Die Organisation der Veranstaltung, an der über 40 Selbsthilfegruppen und Behindertenverbände teilnahmen, war wie immer sehr gut. Viele Mitglieder unserer Gruppe beteiligten sich an den Vorbereitungen und der Besetzung unseres Standes, wodurch unsere Teilnahme wieder ein voller Erfolg wurde!

(Rollstuhl-)Wanderung im August

"Wir würden gerne eine kleine Wanderung mit Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern unternehmen." Mit diesem Wunsch wandte sich unser Vorstand bereits vor 1/½ Jahren an das Ehepaar Hanna und Ewald Voss aus Gosenbach, zwei sehr erfahrene und begeisterte Wanderer, die wir als Organisatoren der jährlich stattfindenden Wanderung zugunsten MS-Kranker "Gesunde wandern für Kranke" kennen gelernt hatten. Im Jahr 2007 wurde daraus leider nichts, denn durch die Schäden des Orkans "Kyrill" und die Aufräumarbeiten zu deren Beseitigung waren die Waldwege gesperrt, zerstört oder mit Schottersteinen aufgefällt.

Lange suchten die Beiden nach einer geeigneten Strecke, die einige Voraussetzungen erfüllen sollte: nicht zu lang und mit möglichst wenig Höhenunterschied, nicht holperig und steinig, mit Einkehrmöglichkeit in ein barrierefreies Cafe mit Behindertentoilette. Besonders die letzte Bedingung war schwer zu erfüllen. Schließlich wurden sie in Wilnsdorf-Niederdielfen fündig und unternahmen in diesem Frühjahr mit dem Vorstand eine Probewanderung. Das dortige Senioren-Wohn- und Pflegeheim "Haus an der Weiß“" bietet ebenerdig einen Cafebetrieb, verfügt über eine Behindertentoilette und ist für unser geplantes Unternehmen günstig gelegen.

Dann war so weit, im August kamen 12 Gruppenmitglieder zusammen, um im Rollstuhl, mit Rollator oder Gehstock, oder ohne Hilfsmittel im Grünen zu wandern. Zunächst ging es an der Weiß entlang, dann über eine kleine Brücke und vorbei an Wiesen und einer Pferdeweide. Die Stimmung war prächtig und das Wetter spielte auch mit. Im Anschluss besuchten wir das Cafe Treffpunkt im Haus an der Weiß“, wo wir uns an einer langen Tafel mit Kaffee, Tee, leckerem Kuchen und frisch gebackenen Waffeln stärken konnten. "Wiederholung erwünscht!" da waren sich alle Teilnehmer einig.

"Leben mit MS Herausforderung für Betroffene und Familie"

Familienwochenende vom 05.-07. September 2008 im Josef-Gockeln-Haus in Kirchhundem-Rahrbach

 Um in aller Ruhe die Themen vertiefen zu können, die bei unseren Gruppentreffen oder bei Telefonaten nur kurz angesprochen werden konnten, haben wir mit 26 Personen ein Wochenendseminar im Josef-Gockeln-Haus der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) durchgeführt.

Die Moderation übernahm ein sehr kompetentes Team:

  • Frau Annette Mehlmann, Supervisorin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Familientherapeutin; Leiterin der EFL (Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises)
  • Frau Ursula Krombach-Stettner, Diplom-Sozialpädagogin, Heilpraktische Psychotherapeutin, Dipl. Ehe-, Familien- und Lebensberaterin
  • Herr Arno Dreisbach, Diplom-Sozialarbeiter, Systemischer Familientherapeut, Erwachsenenbildner

In der Auftaktrunde am Freitagabend, die noch ohne Moderatoren stattfand, wurden Informationen zum Haus und zum Ablauf des Seminars gegeben und das Programm vorgestellt. Alle waren sich einig, dass die Gesprächsinhalte der Verschwiegenheit unterliegen. In der anschließenden "Steinrunde" wurden insbesondere Wünsche und Erwartungen an das Seminar geäußert.

Durch das Dekorieren mit Tüchern, Kerzen, Steinen und Blumen brachten einige Gruppenmitglieder eine angenehme Atmosphäre in den großn Gesprächsraum. Nach der Vorstellungsrunde und einigen Aufwärmspielen konnten die Gesprächseinheiten beginnen.

Wir setzten uns intensiv mit der sogenannten "Resilienz" auseinander. Der Begriff kommt ursprünglich von den Ingenieurswissenschaften und kann auch im übertragenen Sinne angewandt werden: Widerstandskraft, Stabilität und Standfestigkeit gegenüber Druck, Belastungen und allen störenden oder zerstörenden Kräften.

In Kleingruppen beschäftigten wir uns mit Teilbereichen der eigenen Identitä¤t: (Köperliche) Gesundheit, (Soziale) Beziehungen, Materielle Sicherheit, Arbeit/Leistung, Lebensinhalte, Visionen/Ziele und Spiritualität.

Weitere Gesprächsthemen waren: Belastung, Verdrängung, Überforderung, psychische Auswirkungen, Auseinandersetzung, Annehmen der MS, Lebensqualität, Mut zur Veränderung und zu neuen Rollen, neue Regeln und Verantwortungsbereiche.

Abschließend lasen wir gemeinsam das Märchen "Hans im Gück" und konnten es aus einem neuen Blickwinkel betrachten.

Entspannungsübungen zwischen den Gesprächseinheiten, z.B. mit Igelbällen, verhalfen uns zu neuer Konzentration. Die Pausen wurden zum Ausruhen oder für kurze Spaziergänge genutzt. An den Abenden sorgten gesellige Tischrunden mit Spielen, Kegeln usw. für gute Laune in der Gemeinschaft.

Die Teilnehmer waren mit der behutsamen Art der drei Moderatoren sehr zufrieden, die gut vorbereitet waren und mit viel Einfühlungsvermögen das Wochenendseminar mit uns gestalteten. Auch das Essen des Hauses war sehr lecker und wir genossen es, rundherum versorgt zu werden.

Professor Braun referierte über Trigeminusneuralgie

Prof. Dr. Veit Braun, Chefarzt der Neurochirurgie am Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen, kam am 10.10.2008 zu unserem Gruppentreffen und referierte zum Thema "Trigeminusneuralgie". Professor Braun, der zuvor an der Uni Klinik Ulm tätig war, ist ein verdienter Wissenschaftler, Multimedia-Preisträger und Spezialist für minimal-invasive Operationsverfahren.

 Gespannt lauschten die Gruppenmitglieder und Gäste seinem Vortrag und erfuhren einiges über den anfallsweise auftretenden, heftigen Gesichtsschmerz, der bei MS häufig vorkommt. Ist ein (oder mehrere) Trigeminusnerv von Demyelinisierung betroffen, kann ein normaler Reiz wie z.B. das Kauen oder Lutschen oder aber ein Windhauch zum einseitig auftretendem Schmerz im Gesicht führen. Weil dieser Schmerz sehr plötzlich kommt und nur kurze Zeit anhält, helfen hier leider keine Schmerzmittel, denn sie wirken erst, wenn der Schmerz meist schon vorüber ist.

 Die zur Behandlung einer Trigeminusneuralgie eingesetzten, dem Schmerz vorbeugenden Medikamente, z.B. die Antiepileptika Carbamazepin oder Gabapentin, oder das Antispastikum Baclofen, um damit die wichtigsten zu nennen, werden nicht von allen Betroffenen gut vertragen. Wenn die medikamentösen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, könnte eine neurochirurgische Operation helfen. Sehr anschaulich zeigte Professor Braun an dem von ihm mitgebrachten Demonstrations-Schädel, wie der Operateur an den Nervenknoten gelangt, in dem sich die 3 Nervenäste der Trigeminusnerven treffen, um mit dem sogenannten Glycerinverfahren die Weiterleitung des Schmerzes zu unterbrechen. Treten die Beschwerden nach einiger Zeit erneut auf, kann die OP wiederholt werden.

 Nach den Ausführungen von Professor Braun wurden selbstverständlich auch alle Fragen der Zuhörer von ihm gerne und umfassend beantwortet. Wir sind schon gespannt auf seinen Vortrag über Nackenschmerzen, den er nächstes Jahr bei einem unserer Gruppentreffen halten wird..

"Drei Frauen, zwei Wohnmobile und ein ganzes Land"

Urlaubsbericht von Antje Hering

Antje Hering, Birgit Hellwig und Christa Amos reisten entlang der Küsten des fünften Kontinents und erlebten eine Traumreise mit Naturwundern und wunderbaren Menschen.

Australien ist mit seinen rund 7,74 Millionen Quadratkilometern flächenmäßig in etwa so groß wie Europa. Wer dorthin reist, sollte Zeit mitbringen, um die Dimensionen zu erfassen, die phänomenale Natur zu erleben und die Menschen kennenzulernen. Unseren vierwöchigen Australien-Trip hatten wir schon lange geplant und vorbereitet. Deshalb finden sich noch heute im Reiseführer gelbe Marker-Spuren und viele Klebezettelchen.

Meine ehemalige Kollegin Birgit aus Wilnsdorf kennt sich aus am anderen Ende der Welt; schließlich hat sie von 1993 bis 2006 in Sydney (Blacktown) gelebt und gearbeitet. Vor Jahren hat sie schon einmal Besuch von mir, der Eiserfelder Freundin, bekommen. Selbstverständlich und auch wieder nicht, denn ich saß schon damals meistenteils im Rollstuhl. Die guten Erfahrungen mit einer Gesellschaft, die Menschen mit Behinderung nicht ausgrenzt, sondern (be-)achtet, machten mir Mut, ein zweites Mal eine Australienreise zu wagen. Zumal die drei Flugtickets nach Sydney Geschenke von Freunden waren inklusive freier Inlandsflüge. Dass ich diese Reise zusammen mit Birgit unternehmen wollte, stand schnell fest und auch, dass die Dritte im Bunde meine Freundin Christa, gleichfalls aus Eiserfeld, sein sollte.

Unser Plan war, mit dem Wohnmobil die Great Ocean Road entlangzufahren. Rund 300 Kilometer lang ist diese Küstenstrecke, die sich von Torquay bis nach Warrnambool von Kurve zu Kurve an grandiosen Ausblicken überbietet. Auf Buchten und Klippen, aufs weite Meer und auf solch bizarre Skulpturen wie die "Zwölf Apostel", von Wind und Wetter gezeichnete Felsnadeln, die Christa und ich im Hubschrauber aus der Vogelperspektive erleben konnten. Wir sind die Panoramastraße im Südosten Australiens entlanggefahren und mehr als das: wir fuhren von Sydney nach Adelaide und damit rund 2.500 Kilometer mit dem Wohnmobil, einem "Schiff" von 6,80 Meter Länge.

Eine interessante Begegnung unterwegs hatten wir mit Ranger Paul. Er riet uns davon ab, südlich von Melbourne "wild" zu campen. Aus gutem Grund. Denn dort, wo wir übernachten wollten, hätten wir am nächsten Morgen festgesessen. Der gewä¤hlte Ort war das Trainingsgelände für Rennpferde... Und so führte Paul uns zu einem Campingplatz in der Nähe, leuchtete das Gelände mit den riesigen Scheinwerfern seines Pickups gründlich aus und wies uns, den Ladies aus good old Germany, einen Platz auf dem ansonsten leeren Areal zu. Auch das aus gutem Grund: Als wir am nächsten Morgen die Mobil-Tür öffneten, ging der erste Blick geradezu auf eine Koala-Mama samt Koala-Kind. Und dann war auch klar, was dieses seltsame Keuchen in der Nacht zu bedeuten hatte...

Überhaupt, die Tiere. Australien hat eine unglaublich reiche Fauna, die Arten umfasst, die nirgends sonst auf der Erde vorkommen: Känguru und Koala, Wombat und Schnabeltier, Kookaburra, ein etwa 45 Zentimeter großer Eisvogel mit einem heiseren Lachen. Dazu Tiere, die durchaus auch anderswo zu Hause sind, denen man aber nicht unbedingt so mühelos auf die Spur kommt, wie in Australien.

Zum Beispiel den elf Emus, die am Straßenrand im hohen Gras unterwegs waren, und für die wir natürlich einen Fotostopp einlegten. Das freilich im Westen Australiens, wo die Reise, würde sie chronologisch nachgezeichnet, ihren Anfang nahm. In Perth, von wo es rund 1.000 Kilometer nordwärts ging und wieder zurück. Auch mit dem Wohnmobil, aber mit einem (eigentlich zu) kleinen. Beim Emu-Halt auf einer dieser endlos langen geraden Ãœberlandstraßen, die für das wenig besiedelte Westaustralien so typisch sind (Vorsicht, wenn da einer der über 50 Meter langen "Road Trains", der LKW-Züge, angerollt kommt!), erlebten wir, was gleichfalls typisch für Australien ist: die Umsicht, Besorgtheit, Hilfsbereitschaft der Australier. Unsere kurze Pause war für die Einheimischen Anlass genug, anzuhalten und nachzufragen: "Ist alles okay?".

Andernorts, an der Shark Bay von Monkey Mia, wo Reisende fast zahme Delfine unter Aufsicht der Ranger füttern können, veranlasste ein junger Mann " einfach so " dass für mich ein Beach Rolley, ein Strandrollstuhl mit großen Rädern, herbeigeschafft wurde. Pures Glück für uns! Wenn ich mir die digitalen Bilderalben anschaue, die nach dieser Reise entstanden sind, ist es wieder da, dieses Glücksgefühl. Das hat sicher auch etwas damit zu tun, dass mit dieser Australien-Erfahrung tatsächlich Träume in Erfüllung gegangen sind.

Wir drei Frauen auf engstem Raum und das 5.500 Kilometer lang ? ob das gut geht? fragten wir uns vor der Reise. Das ging gut, wissen wir heute. Auch, weil es zwischen uns klare Absprachen gab. Wie die, dass gleich ausgesprochen werden sollte, wenn einer irgendetwas aufstoße. Oder die, dass, wer Zeit für sich alleine brauche, sich in die Fahrerkabine zurückziehen könne. Eine Möglichkeit, die ungenutzt blieb. Stattdessen kochten und aßen wir gemeinsam, genossen die schönsten Aussichten miteinander und fuhren mitten durch die"Pinnacles", einem Meer aus "Hinkelsteinen" im Nambung National Park, oder spielten am Abend bis zum Umfallen. Einfach herrlich! Einfach Australien!

Australien kein Handicap!

Australien für Rollstuhlfahrer? Gut möglich! In Sydney, zum Beispiel, setzen alle Taxiunternehmen Wagen ein, die Rollstuhlfahrer aufnehmen können; Züge und Fähren sowie einige Buslinien haben Einrichtungen zur Beförderung von Rollstuhlfahrern. In Narooma, einem Hafenstädtchen südlich von Sydney, ist ein Ausflug mit dem Fischerboot auch mit Rollstuhl möglich; und selbst in den entlegensten Nationalparks sind die "Walkways", die Spazierwege, breit genug für Rollis. Die meisten öffentlichen Einrichtungen sowie viele Restaurants, Hotels, Kinos und Museen verfügen über eine behindertengerechte Ausstattung.

Die folgenden Links waren wichtig für diese Reise.

Jahresabschluss 2008

Gut gelaunt trafen sich im Dezember über 60 Gruppenmitglieder und Gäste zu einem fröhlichen Beisammensein mit leckerem Essen im "Haus der Siegerländer Wirtschaft" in Siegen, um das Jahr 2008 harmonisch ausklingen zu lassen. Auf ein Programm war bewusst verzichtet worden, um in angenehmer Atmosphäre genügend offenen Raum für viele (kleine) Gespräche zu bieten.

Als Gäste konnten wir den Kreisbeauftragten des Malteser Hilfsdienstes e.V., Reinhard Biehl, sowie zwei der Ehrenamtlichen des Stadtverbandes Siegen, Tim und Moritz, begrüßen. Das Malteser-Team stand uns auch in diesem Jahr durch die aktive Unterstützung und den Behindertenfahrdienst hilfreich zur Seite. Hierfür danken wir ihnen an dieser Stelle nochmals ganz herzlich. Außerdem sind auch Horst Löwenberg, der Geschäftsführer des DPWV, Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein/Olpe, und Arno Dreisbach, der uns als einer der Moderatoren des Wochenendseminars in Rahrbach begleitet hat, unserer Einladung zum Jahresabschlussessen gefolgt.

Unsere Vorsitzende Birgit Rabanus begrüßte alle sehr herzlich und gab einen kurzen Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr. Sie dankte Allen für den guten Zusammenhalt in der Gruppe, wodurch z.B. einige der neu Hinzugekommenen praktische Hilfe erfahren und Freundschaften knüpfen konnten. Die Beisitzerinnen Beate Weber und Antje Hering dankten den vier Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstands für ihren stets zuverlässigen und ehrenamtlichen Einsatz für die Gruppe, den sie oft mit sehr großm zeitlichen Aufwand erledigten. Trotz vieler und intensiver gesundheitlicher Rückschläge leisteten die Frauen sehr kompetente und zuverlässige Arbeit.

Das Büffet bot verschiedene Fleisch- und Fischspezialitäten, diverse Gemüse-, Salat- und Obstvarianten sowie sehr leckere Desserts. Es war ein sehr gelungener Abend und wir schauen neugierig auf das kommende Jahr 2009. Sicher werden wir als Gruppe weiter zusammenwachsen und viele schöne Dinge miteinander erleben, aber auch neue Erfahrungen im Umgang mit unserer Krankheit sammeln.


2009

Herr Dr. Mir referierte über Nahrungsergänzungsmittel

Gesunde und ausgewogene Mischkost ist im Regelfall völlig ausreichend für eine gute Versorgung mit allen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Bei Verschlechterung bestehender Symptome oder bei einem akuten Schub sollte jedoch substituiert werden, um "Freie Radikale" im Körper zu bekämpfen. betonte Herr Dr. Zvonko Mir, Chefarzt der Schloßberg-Klinik in Bad Laasphe, bei seinem Referat zum Thema "Nahrungsergänzungsmittel bei Multiple Sklerose".

Der frühere Chefarzt der Klinik Dr. Evers in Sundern-Langenscheid referierte bei unserem Gruppentreffen in der Siegerlandhalle und viele unserer Mitglieder sowie einige Gäste kamen und hörten interessiert seinen Ausführungen zu. Herr Dr. Mir ging auf Besonderheiten der verschiedenen wasser- oder fettlöslichen Vitamine sowie Omega-3 Fettsäuren ein und erklärte deren günstige Wirkung bei MS. Er machte auch deutlich, dass einige Stoffe wie z.B. Zink, Selen oder Eisen ausschließlich über die Nahrung aufgenommen werden sollten. Er zeigte die Vor- und Nachteile von Wirkstoffkombinationen sowie die Auswirkungen verschiedener Dosierungen auf und beantwortete viele Fragen der Anwesenden. Herr Dr. Mir empfahl den Verzehr vieler verschiedener Obst- und Gemüsesorten und hierbei gelte der Leitgedanke:
Je bunter - je besser!

Mitgliederversammlung im Mai

Vorstandswahlen : Sabine Ridder neue Beisitzerin 

 Bevor die Versammlung eröffnet wurde, konnten sich alle Anwesenden mit Kartoffelbrot, Kaffee und anderen Getränken stärken. Nachdem der Tätigkeitsbericht des Vorstands, der Kassenbericht und der Bericht über die Kassenprüfung vorgetragen worden waren, wurde der Vorstand entlastet und die Neuwahl konnte durchgefährt werden. Maren und Marc übernahmen die Aufgabe der Wahlhelfer.

Unsere zwei Vorsitzenden Birgit Rabanus und Edith Masloch, die Kassiererin Karin Harrie sowie die Schriftführerin Nicole Fahrenkamp wurden im Amt bestätigt. Auch die Beisitzerinnen Antje Hering und Beate Weber wurden wiedergewählt. Da der 3. Beisitzer Christoph Kraft aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht, wurde Sabine Ridder neu in den Vorstand gewählt. Als Kassenprüfer wurden Friedhelm Eickhoff und Horst Schäfer für ein weiteres Jahr wiedergewählt..

 Im Anschluss wurde über einzelne geplante Aktivitäten diskutiert und abgestimmt. Bevor die Versammlung endete, wurde ein herzlicher Dank an alle ausgesprochen : für ihr Engagement unterschiedlicher Art. Den Abend konnte, wer wollte, im Restaurant der Siegerlandhalle angenehm ausklingen lassen.

Tag der Begegnung

Infostände : Unterhaltung : Musik : Kleinkunst

Die AG Begegnung, der wir seit Jahren angehören, veranstaltete zum 14. mal den Tag der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung. An unserem Infostand auf dem Maria-Rubens-Platz (Siegplatte) lag umfangreiches Informationsmaterial über Multiple Sklerose aus, und es wurden einige sehr intensive Gespräche mit MS-Betroffenen, Angehörigen und Interessierten geführt. Wer noch mehr über uns und unsere Aktivitäten wissen wollte, konnte sich anhand der neu gestalteten Präsentationsmappen weitergehend informieren.

Aus gegebenem Anlass war die Deutsche Sepsis-Hilfe e.V. ebenfalls mit einem Ansprechpartner an unserem Stand vertreten und informierte über das Krankheitsbild Sepsis - umgangssprachlich als "Blutvergiftung"  bekannt.

Unsere selbst gebackenen Kuchen und der frisch gebrühte Bio-Kaffee, aber auch Herzhaftes wie Specktorte oder Pizzaschnecken waren wieder"der Renner". Die große hölzerne Lostrommel der "Glückspilzlotterie der Wohlfahrtsverbände" mit ihren zahlreichen Geldgewinnen lockte ebenfalls viele Besucher an.

Da der Rat der Stadt Siegen beschlossen hat, dass wir noch in diesem Jahr einen Beirat für Menschen mit Behinderung bekommen werden, lagen auch hierzu Informationen und Richtlinien aus. Am Stand wurde diskutiert, wer in den Beirat kommen kann, was dort bewirkt werden könnte und wie das alles bestimmt wird.

Bei sehr wechselhaftem Wetter erfreute sich das Publikum an den verschiedenen musikalischen und künstlerischen Darbietungen auf oder vor der Bühne. MoRaMi waren mit Jonglagevorführungen und den Stelzenmännern wieder sehr unterhaltsam.

Unsere Teilnahme am Tag der Begegnung wurde ermöglicht durch die Mithilfe vieler Gruppenmitglieder an den Vorbereitungen und der Standbesetzung. Beim Auf- und Abbau des Standes halfen zusätzlich Angehörige des Malteserteams.

Vielen Dank an alle!

"Unterstützung, Entlastung, Integration, Förderung"

Informationen über INVEMA e.V. 

Die Angebote und Dienstleistungen des Kreuztaler Vereins Invema e.V. wurden bei unserem Gruppentreffen am 05.06.09 von der Diplom-Pädagogin Frau Kerstin Bald-Borusiak vorgestellt. Der Name Invema bedeute Integration durch Normalisierung und Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen, erklärte Frau Bald-Borusiak.

 Sie zeigte Struktur und Ideologie, Schwerpunkte und Angebote auf und ging insbesondere auf die Bereiche Familienunterstützender Dienst, Ambulant Unterstütztes Wohnen und Individuelle Schwerstbehinderten Betreuung ein. Wir erfuhren einiges über mögliche Hilfen bei Haushaltsführung oder behördlichen und finanziellen Angelegenheiten. Aufmerksam verfolgten die Gruppenmitglieder und Gäste die Ausführungen, besonders über die Unterstützung für Menschen mit körperlicher Behinderung im Wohnbereich. Ziel hierbei sei selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben in der eigenen Wohnung mit einer individuellen Gestaltung des Alltags, so die Referentin. Dass dies auch ihren eigenen Vorstellungen entspricht, machten Gäste und Gruppenmitglieder sehr deutlich.

Rollstuhlgebrauchstraining

 Regelmäßiges Angebot in der Schloßberg-Klinik in Bad Laasphe

"Gut, dass ich mal selbst ausprobieren konnte, wie schwer es sein kann, verschiedene Hindernisse als Rollstuhlfahrer zu überwinden" meinte Henning Grote, nachdem er am Rollstuhlgebrauchstraining in der Schloßberg-Klinik in Bad Laasphe teilgenommen hatte. Der ehrenamtliche Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes Siegen wollte eigentlich einige unserer Mitglieder zu dem für sie kostenlosen Training hin- und zurückfahren und bei Bedarf hilfreich zur Stelle sein. Doch in der Turnhalle entschied er sich spontan, mit einem der klinikeigenen Rollstühle am Training teilzunehmen.

Unter der Leitung des Diplom-Sportpädagogen Wolfgang Henkel konnte die Gruppe den Umgang mit dem eigenen Rollstuhl verbessern und lernen, ihn sicher zu führen. Nach Aufwärm- und Dehnübungen an der Stange wurde die richtige Technik erlernt, um verschiedene Hindernisse, die am Rollstuhl-Parcours mit Holzelementen simuliert wurden, wie Bordstein, Steigung oder Gefälle, geschickt und sicher zu überwinden. Beim Auffahren auf die "Wippe" zeigte sich, wie schnell ein Rollstuhlfahrer nach hinten kippen könnte. Wolfgang Henkel demonstrierte, wie mit entsprechender Gewichtsverlagerung die Kippgefahr vermieden wird, und das wurde dann von allen intensiv geübt.

Viel gelacht wurde beim "Volleyball-Spiel" mit Federballschlägern und einem Luftballon. Auch dies war - ganz nebenbei - eine gute Übung, denn der Rollstuhl musste an die richtige Stelle bewegt und möglichst gleichzeitig der Ballon über das Netz geschlagen werden. Für Patienten der Neurologischen Fachklinik findet täglich das Rollstuhltraining statt und wird begeistert wahrgenommen, auch von Nichtrollstuhlfahrern. Einmal im Monat können wir und unsere Begleiter/Fahrer vom Malteserteam das Trainingsangebot nutzen. Fazit vom letzten Mal: Alle Teilnehmer haben viel gelernt und dabei auch viel gelacht!

Wir danken der Schloßberg-Klinik HGC Kliniken GmbH und besonders Frau Roth (Patientenbetreuung/Marketing) sowie dem Malteser Hilfsdienst Siegen für die Unterstützung. 

 

Einen ganzen Tag "schnuppern": Behindertentauchen

"Die Möglichkeit, sich frei im dreidimensionalen Raum bewegen zu können, berührt ein Urbedürfnis des Menschen, nämlich das des Fliegenkönnens."

 

Unter Anleitung der erfahrenen Tauchlehrer Caren und Michael Totzauer von der Tauchschule "Crazy Bubbles" aus Horb am Neckar in Baden-Württemberg konnten interessierte Gruppenmitglieder in der Neurologischen Fachklinik Hilchenbach das Behindertentauchen ausprobieren.

 Hier der Erfahrungsbericht einer begeisterten Teilnehmerin:

 Wie im vergangenen Jahr durften wir uns ins kühle Nass stürzen und das Schweben im Wasser erleben. Sieben Mitglieder unserer Gruppe waren mutig und ließen sich auf dieses Abenteuer ein; und für einige war es eine völlig neue Erfahrung! Diejenigen, die schon im letzten Jahr dabei waren, hatten mit ihrer Begeisterung die "Neulinge" vorab sehr neugierig gemacht. Nach einer theoretischen Einführung im Trockenen und der Erklärung der gebräuchlichen Zeichensprache, die unter Wasser genutzt wird, ging es dann ins nasse Element. Nachdem die ersten Unsicherheiten verflogen waren, und das geschah vor allem durch die ruhige und behutsame Art der beiden Tauchlehrer Caren und Michael, konnten alle Teilnehmer die Ruhe, die Freiheit und die Schwerelosigkeit unter Wasser erleben. Alle waren sich einig, dass das Schweben im Wasser ein wunderbares Gefühl ist, das viele von uns aufgrund unserer Erkrankung nicht mehr kennen. Die Einschränkungen der Bewegung, Schmerzen oder Koordinationsstörungen sind im Wasser fast vergessen. Natürlich hatten wir auch eine Menge zu lachen, denn mit den "kleidsamen" Tauchbrillen, Jackets, Atemgeräten und riesengroßen Flossen sahen wir wirklich einmalig aus! Es war ein toller Tag, von dem wir noch lange zehren werden, und vielleicht machen einige von uns doch noch mal den Tauchschein...

 Wir danken der Neurologischen Fachklinik Hilchenbach und insbesondere der Marketingbeauftragten Frau Theofel für die Unterstützung.

Sommerausflug im August

Superwetter und tolle Stimmung bei unserer Wanderung um die Breitenbachtalsperre

Nachdem wir im letzten Jahr erstmalig eine gemeinsame Wanderung unternommen und alle Teilnehmer sich eine Wiederholung gewünscht hatten, wählten wir diesmal die Breitenbachtalsperre mit dem "Alten Wärterhaus" für dieses Unternehmen aus. Und unser Sommerausflug wurde ein voller Erfolg: Bei sonnigem, aber nicht zu heißem Wetter trafen sich 18 Gruppenmitglieder mit Rollstuhl, Gehstock oder ohne Hilfsmittel, um die Talsperre zu umrunden. Dies war eine riesige Herausforderung, besonders für die meisten der 11 Fußgänger, denn der Rundweg ist 5,5 km lang. Alle haben die ganze Runde bewältigt! Drei der 7 Rollifahrer konnten zwischendurch kurze Strecken mit ihrem Stock gehen und so ihre Rollstühle den Anderen anbieten. Einige derer, die zu Fuß unterwegs waren, mussten sich zunächst erst überwinden, machten dann aber gerne Gebrauch davon und waren sehr erleichtert.
Die Stimmung war prächtig und ausgelassen. Der Spaß, den wir in der Gruppe hatten, und das tolle Gemeinschaftsgefühl werden wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Ebenso der kleine Hund mit Namen Oskar, der mal den Schlittenhund mimte, der "seine" Rollstuhlfahrerin zog, mal den Therapiehund. Außerdem gab es interessante Begegnungen mit den entgegenkommenden Spaziergängern, die sich mit uns freuten, weil wir so viel Spaß hatten und viel gelacht haben.
Im Anschluss kehrten wir im "Alten Wärterhaus" ein und stärkten uns mit Kaffee, Tee, leckerem Kuchen und frisch gebackenen Waffeln. Der Cafebetrieb, der letztes Jahr aufwendig renoviert worden war, ist jetzt rollstuhlgerecht, ebenerdig bzw. über eine Rampe erreichbar und verfügt über eine Behindertentoilette.

Wir danken dem Malteser Hilfsdienst Siegen und den ehrenamtlichen Helfern für ihre Unterstützung!
Das war ein richtig schöner Sonntagnachmittag!!!

Autorenlesung mit Rolli-Kurt

Einige unserer Mitglieder besuchten im Oktober die Autorenlesung von Dirk Riepe, alias "Rolli-Kurt" in der Schloßberg-Klinik in Bad Laasphe. Seine Ausführungen zum Buch "Ernähren Sie sich salzlos" gefielen ihnen so gut, dass Conni Hummel darüber einen Bericht verfasst hat:

Vor Jahren war "Rolli-Kurt" mir im Internet schon einmal begegnet: Ich erinnerte mich, dass er ein witziger Typ mit Lederklamotten im Rollstuhl ist und im Internet Kolumnen für "Lidwina" schreibt. Seine Lesung würde also gewiss sehr interessant werden und außerdem wollte ich diesen "Rolli-Kurt" sowieso unbedingt persönlich kennen lernen.
Endlich war der Samstag da und unsere kleine Delegation aus Siegen fuhr nach Bad Laasphe in die Schloßberg-Klinik, wo wir von Frau Almut Roth sehr herzlich begrüßt wurden.
Als wir Dirk Riepe trafen, war ich irgendwie Überrascht, denn in seinem Outfit vermutete man ihn eher auf einer Harley Davidson, als in einem Rollstuhl. Er stellte sich kurz vor und erzählte, dass er schon seit vielen Jahren an Multipler Sklerose erkrankt ist und diese Diagnose zuerst nicht wahr haben wollte. Ungefähr 10 Jahre verheimlichte er seine MS-Erkrankung erfolgreich vor seinen Kollegen. Irgendwann regte ein Arzt an, dass er seine Erfahrungen und Erlebnisse mit der Erkrankung in einem Tagebuch festhalten sollte, doch es wurde sehr viel mehr daraus...
"Als ich mich entschloss, die absurden Geschichten meines Lebens mit Multipler Sklerose aufzuschreiben, war mir wichtig, das breite Grinsen beim Schreiben auf den Leser oder die Leserin zu übertragen. " (Zitat aus seinem Buch)

Dieses Versprechen konnte Dirk Riepe absolut einhalten. Er las seine wirklich wahren Erlebnisse auf eine so humorvolle Art und Weise vor, dass der Eindruck entstand, er würde alle Schwierigkeiten ohne größere Probleme ertragen können. Die Erzählungen handelten von seinen ersten Erfahrungen mit Wasser-Volleyball in der Schloßberg-Klinik, als er sich dort zum ersten Mal einer "Reha" (Rehabilitation, bei ihm zum Erhalt der Arbeitskraft) unterzog. Zwei weitere Geschichten beschrieben zum einen eine abenteuerliche Bahnfahrt nach Köln und die Ignoranz der damals zuständigen Beamten, zum anderen einen hektischen Arbeitstag, an welchem er zu allem Übel auch noch eine äßerst unangenehme Untersuchung bei einer Urologin über sich ergehen lassen musste.Nur ganz nebenbei erwähnte Dirk Riepe, wie viel Kraft ihn das eine oder andere Erlebnis gekostet hat und was er oftmals dabei wirklich empfand.
Die Begegnung mit Dirk Riepe und die Buchlesung haben mir sehr viel Freude und Spaß bereitet und zugleich bin ich sehr tief berührt.

Dr. Sebastian Schimrigk referierte: "Die Funktion der Blut-Hirn-Schranke"

Vor über 60 Gästen und Gruppenmitgliedern referierte der Direktor der Neurologie am Klinikum Lüdenscheid, Herr Dr. Schimrigk, im Eintrachtsaal der Siegerlandhalle äber die Funktion der Blut-Hirn-Schranke. Aus aktuellem Anlass informierte er anschließend auch über Impfungen bei MS, insbesondere gegen die Schweinegrippe.

In der Pause und nach seinem Vortrag beantwortete der Referent zahlreiche Fragen der Anwesenden. Auch seine mit ihm angereiste Mitarbeiterin, die MS-Krankenschwester Frau Ina Selka, beteiligte sich an den verschiedenen Gesprächen zum Thema.

Es war ein sehr informativer Abend und wir danken Herrn Dr. Schimrigk für seine anschaulichen Ausführungen.

 

Jahresabschluss 2009

Rund 60 Gruppenmitglieder und Gäste trafen sich gut gelaunt zum Jahresabschluss im Spiegelsaal des Hotels "Pfeffermühle" in Siegen.

 Als Gäste kamen der Diplom-Soziologe Raimund Klauser, der bei unserer nächsten Info-Veranstaltung 2010 die Moderation übernehmen wird, und das Ehepaar Hanna und Ewald Voss, das alljährlich das Wanderwochenende zugunsten MS-Betroffener "Gesunde wandern für Kranke" organisiert. Ebenso waren der Beauftragte für Behindertenfragen der Stadt Siegen, Rainer Damerius, und Claudia Schubert, Mitarbeiterin des "Paritätischen" (ehemals DPWV), Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein, unserer Einladung gefolgt.

Außerdem begrüßten wir als ehrenamtlich Engagierte des Malteser Hilfsdienstes e.V. den Kreisbeauftragten Reinhard Biehl, den Stadtbeauftragten Martin Haindl, sowie Petra Schaffarczyk und Henning Grote. Das Malteser-Team unterstützte uns unter anderem dadurch, dass es den Behindertenfahrdienst regelmäßig und zuverlässig durchführte. Auch an dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei Allen, die uns auf unterschiedliche Weise unterstützt haben.

 Nachdem unsere Vorsitzende Birgit Rabanus die Anwesenden sehr herzlich begrüßt hatte, gratulierte sie Karin und Hans-Herrmann Andreas, die an diesem Tag Goldene Hochzeit feierten. Beate Weber überreichte eine selbst gefertigte Hochzeitskerze sowie ein Geschenk der Gruppe und Edith Masloch trug ein dazu passendes Gedicht vor. Die Überraschung war gelungen! Die Anwesenden freuten sich mit dem Paar und schlossen sich den Glückwünschen an.

 Anschließend dankte Sabine Ridder den vier Frauen des geschäftsführenden Vorstands für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Ihnen wurden ebenfalls kleine Präsente überreicht. Und dann konnten wir endlich das Essen genießen. Das Buffet bot sehr leckeren gebackenen Schinken, Gänsekeulen und Zwiebelrostbraten mit Kartoffelklößen und Rotkohl, eine vegetarische Nudelpfanne und Kartoffelgratin, sowie Salate. Als Nachtisch gab es verschiedene köstliche Desserts und Eisspezialitä¤ten.

 Es war ein angenehmer Abend in lockerer Atmosphäre mit vielen Gesprächen, und immer wieder waren, so auch eine Eintragung in unserem Gästebuch, freudige und lachende Gesichter zu entdecken.


2010