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Berichte 2013


Reise „ans Ende der Welt“

Antje Hering reiste zum 3. mal nach Australien

2004 - 2008 - 2012 - auch dieses Mal begleiten mich wieder meine Freundinnen Christa aus Siegen und „Sydney-Birgit“ …..natürlich aus Sydney.

Nun starten wir unsere Reise in den Regenwald, nach Queensland in den Nord-Osten Australiens. Wie 2008 reisen wir wieder mit einem großen Camper. Am 22.9. beginnt unsere Reise mit dem Flug von Frankfurt über Singapur nach Sydney. Birgit und ihre Freundin Ruth holen uns morgen um sechs Uhr am Flughafen ab. Die Sonne scheint, aber es ist ganz schön kalt. Drei Tage akklimatisieren Christa und ich uns im Haus unserer Freundin Birgit. Am Donnerstag fliegen wir von Sydney nach Cairns in den Nordosten Queenslands. Dort wartet schon „unser“ Wohnmobil - ein 7,5 m großes Riesenschiff - auf uns. Für diese Reise haben wir uns viel vorgenommen.

Wir fahren ca. 4.000 km in drei Wochen an der Küste des Great Barrier Riff entlang zurück nach Sydney. Es gibt so viel zu sehen und wir müssen uns entscheiden, was und wo wir uns alles ansehen wollen. Die Auswahl ist riesig, aber der Weg ist das Ziel. Nachdem wir dass WM abgeholt haben, fahren wir gleich weiter nach Port Douglas ca. 40 km von Cairns in nördliche Richtung. Hier suchen wir uns einen schönen Parkplatz und erkunden das hübsche Städtchen. Die Auswahl der Ausflugsangebote sind vielfältig. Wir entscheiden uns für 2 Schiffstouren. Die erste führt uns mit dem kleinen Raddampfer „Lady Douglas“ durch die Mangroven, um Krokodile zu beobachten. Es ist unglaublich, nach ca. 30 min. erspähen wir tatsächlich ein Krokodil, das völlig bewegungslos am Ufer liegt. Der Skipper macht den Motor aus und erzählt uns einiges über diese großen Echsen. Alle Passagiere sind mucksmäuschenstill und lauschen seinen Worten. Noch mehrmals sehen wir während der zweieinhalb Stunden dauernden Fahrt die riesigen, doch etwas angsteinflößenden Tiere. Plötzlich schwimmt ein Krokodil neben unserem Boot. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass dieser Ausflug real ist, hätte ich geglaubt, das Tier sei eine Attrappe, so unbeweglich treibt es an uns vorbei. Das war ein spannender Ausflug, wie in eine andere Welt.

Die zweite Schiffstour wollen wir am nächsten Tag mit einem Katamaran namens „Quick Silver“ auf das Great Barrier Riff starten. Wir fahren mit hoher Geschwindigkeit auf das sogenannte Außenriff zu einer schwimmenden Plattform. Die Sonne scheint und das Wasser funkelt in einem so satten Blau, dass es mir die Sprache verschlägt. Von dieser Plattform aus kann man schnorcheln und tauchen oder mit einer „Submarine“, einem U-Boot, die faszinierende Unterwasserwelt mit ihren wunderschönen, bunten Fischen bestaunen und ein Unterwasserobservatorium besuchen. Es gibt einen Lift, der Rollstuhlfahrer nach unten ins Wasser gleiten lässt. Dieses Erlebnis wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und werde von einem netten Lifeguard ins Wasser befördert, wo mich Christa in Empfang nimmt. Sie unterstützt mich beim Schnorcheln. Es ist unglaublich, ich schwimme und schnorchele im Great Barrier Reef!!!! Dieser Tag auf dem Riff, einem einzigartigen Naturwunder, wird mir unvergesslich bleiben. Es geht weiter immer an der Küste in Richtung Süden entlang. Wenn wir nicht auf einen Campground zum Schlafen und Auffüllen des Wassertanks parken, suchen wir uns schöne Plätze direkt am Meer oder neben den Eisenbahngleisen. So passierte es, dass wir einmal neben den Bahngleisen geparkt haben und uns keine ruhige Nacht vergönnt war. Lustig war es trotzdem, weil am nächsten Morgen die Lokführer netterweise ein lautes freundliches Signal ertönen ließen.... Es ist immer spannend, ein passendes Abendlager zu finden. Jeden Morgen bevor wir losfahren, gehen wir zuerst unsere Checkliste durch. Keine losen Gegenstände dürfen im Camper liegenbleiben. Diese würden während der Fahrt durch den Wagen schleudern, Fenster und Schubladen müssen geschlossen sein. Auf schönen Campgrounds bleiben wir auch gerne mal zwei Tage und Nächte, besonders dort, wo es barrierefreie Duschmöglichkeiten gibt oder es viel in der Umgebung zu erkunden gibt.

Das nächste Ziel führt uns nach Tin Can Bay, ein kleines Örtchen, wo Delphine an den Strand kommen, um sich füttern zu lassen. Direkt am Ufer führt eine Rampe ans Wasser, sodass auch ich dorthin kommen kann. Birgit und Christa setzen mich auf einen Stuhl, der am Ufer im Wasser steht. So bin ich ganz nah dran und vorsichtig nimmt der Delphin den Fisch aus meiner Hand... einfach nur SCHÖN ! Noch am selben Nachmittag wollen wir zum Whale-Watching nach Hervey Bay. Mit dem Katamaran „Whalsong“ geht es zügig raus aufs Riff. Alle Passagiere halten erst mal erfolglos Ausschau nach den Walen. Nur der Kapitän weiß, wo sie sind. Es ist unglaublich spannend. Dann plötzlich wird das Schiff langsamer, der Kapitän erklärt den Passagieren über Lautsprecher, wo die Tiere sind. Der Motor des Schiffes wird ausgestellt, es ist mucksmäuschenstill und alle schauen und suchen mit und ohne Fernglas nach den Walen. Dann hat ein Passagier sie entdeckt, ein Raunen geht durch das Schiff. Wir müssen genügend Abstand halten, um die Tiere nicht zu erschrecken.… Ein Buckelwalweibchen schwimmt mit ihrem Kalb direkt auf unser Schiff zu. Es ist unglaublich, es scheint, als wolle sie uns ihr „Kind“ zeigen... und plötzlich schwimmen beiden Wale ganz dicht am Schiff vorbei. Das ist ein wirklich unglaublich faszinierendes Erlebnis, so nah bei diesen großen majestätischen Tieren zu sein.

Kurz vor unserem Ziel Sydney besuchen wir das Koala-Krankenhaus in Port Macquarie. Hier werden verletzte Koalas medizinisch versorgt und aufgepäppelt. Viele Verletzungen werden durch Buschbrände verursacht, die Koalas werden von Autos angefahren, wenn sie die Straße überqueren wollen, oder es kann auch passieren, dass sie von Hunden angegriffen werden. Die Mitarbeiter arbeiten fast ausschließlich ehrenamtlich und versorgen die Tiere auch über einen längeren Zeitraum, bis sie wieder in Freiheit leben können.

Dieses Land übt eine magische Anziehungskraft aus, der man sich kaum entziehen kann. Es gibt noch vieles zu erzählen, aber es ist leider nicht möglich, alles in einen Bericht zu fassen. Diese besonderen Erlebnisse sollen einen kleinen Eindruck geben von einem unglaublich schönen weiten Land. Meine Begegnung mit den freundlichen Menschen wird mir in lebhafter Erinnerung bleiben. Für Menschen mit Handicap hat man dort ein offenes Auge. Es ist deutlich einfacher, am öffentlichen Leben teilzunehmen, als hier bei uns. So gibt es in allen Gebäuden Aufzüge, die ohne Probleme zu bedienen sind. Bus- und Bahnfahren als Rollstuhlfahrer- NO PROBLEM, denn mobile Rampen sind überall vorhanden, selbst auf den Ausflugsschiffen gibt es Toiletten für Rollstuhlfahrer usw.

Diese, meine schon dritte Reise nach Australien, war unglaublich schön und spannend, aber ohne meine Freundinnen Birgit und Christa nicht machbar. Mit vernünftiger Planung, lieben Freundinnen und ein bißchen Mut ist auch für Menschen mit Rolli so eine tolle Reise möglich.


Viele wanderten für den guten Zweck

Benefizwanderung zugunsten MS-Betroffener

„Gesunde wandern für Kranke“ - unter diesem Motto fanden im Dezember 2012 in Wilnsdorf die 29. Internationalen Volkswandertage statt. Veranstalter war die Wandergemeinschaft von DVV-Mitgliedsvereinen aus Nordrheinwestfalen und Rheinland-Pfalz. Start und Ziel war die Wilnsdorfer Festhalle, in der sich die teilnehmenden Wanderer auch ausruhen und verpflegen konnten. Wir hatten dort einen Stand, an dem sich Interessierte über uns und die Multiple Sklerose informieren und auch die beliebten „Glückspilzlose“ aus der schönen Holztrommel ziehen konnten.

Zur Spendenübergabe waren jetzt Vertreter der örtlichen MS-Gruppen nach Eiserfeld geladen worden. Die Vorsitzende Cornelie Schwertfeger begrüßte alle Anwesenden und bedankte sich sehr herzlich bei den ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern, die sich für die vorbildliche Aktion engagierten. Um den Erlös gerecht verteilen zu können, hatte die Kassiererin Helga Schädel schon im Vorfeld von allen Gruppen die genaue Anzahl der MS-betroffenen Gruppenmitglieder erbeten. In diesem Jahr wird die Jubiläumsveranstaltung schon im November in Freudenberg-Büschergrund stattfinden, und zwar mit besonderem Programm, doch mehr wurde noch nicht verraten...

Ein leckeres Frühstück und viele nette Gespräche rundeten den Samstagvormittag ab. Wir bedanken uns herzlich für die großzügige Spende bei dem Organisationsteam, den vielen netten Menschen, die geholfen haben, und natürlich bei allen Wanderern.


Selbsthilfe in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe

Antje Hering besuchte die Schule für Pharmazeutisch technische Assistenten (PTA)

Auf Einladung von Frau Gabi Gaumann von der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie Südwestfalen durfte ich zweimal an einer Schulstunde für angehende PTA in der Schule am Fischbacherberg in Siegen teilnehmen, um über unsere Selbsthilfegruppe zu berichten. Sie und Frau Heike Tönnes von der Informationsstelle für Selbsthilfegruppen KISS in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) des Kirchenkreises Siegen stellten den Schülern ihre Einrichtungen im Detail vor. Schon im Februar war ich zusammen mit meiner Freundin Nicole Fahrenkamp in der Krankenpflegeschule des Marienkrankenhauses zu Gast, um unsere Selbsthilfegruppe vorzustellen.

In ihrem zukünftigen Berufsleben werden die PTA den direkten Kontakt zu Patienten haben und gute und wichtige Informationen rund um die Medikamente weitergeben können, aber über den Umgang mit einer schwerwiegenden Erkrankung können sie nur wenig weiterhelfen. Nun haben sie aber die Möglichkeit auf die Mitarbeiterinnen der Kontaktstellen hinzuweisen, die dann die passende Selbsthilfegruppe vermitteln können.

Nach einer „Flut“ an Informationen sollte ich nun aus eigener Erfahrung die Arbeit in einer Selbsthilfegruppe darstellen.

Auch mir selbst konnte die Selbsthilfegruppe viele Informationen rund um meine Erkrankung vermitteln, die ich von ärztlicher Seite nicht bekam. Davon wollte ich sehr gerne berichten. Denn nur ein gut informierter Patient kann lernen, mit seiner Erkrankung zu leben. Viele Ängste, die bei der Diagnose Multiple Sklerose entstehen, sind unnötig. Im Erfahrungsaustausch mit Gleichbetroffenen kann man lernen, mit der Diagnose gut umzugehen. Alle teilen das gleiche Schicksal und kennen die weitreichenden Folgen der MS, aber jeder macht doch eigene Erfahrungen, die er weitergeben kann und von denen auch andere profitieren können.

Außer unseren monatlichen Gruppentreffen bieten wir einmal im Monat eine Beratungsstunde für Betroffene, Angehörige und Interessierte an, die immer wieder gerne wahrgenommen wird. Regelmäßig laden wir Ärzte und Therapeuten als Referenten rund um die MS ein, sodass wir immer auf dem aktuellen Stand der Forschung, was neue Behandlungsmöglichkeiten betrifft, sind. Auf jeden Fall ist die Zusammenarbeit der Profis der Kontaktstellen und den Selbsthilfegruppen eine prima Sache!

PTA-Schule
PTA-Schule

Wenn die Blase verrückt spielt - oder doch nur alles Pipifax?

Vortrag über Blasenfunktionsstörungen bei MS

In einem bis auf den letzten Platz gefüllten Siegerlandzimmer konnten wir am 22. März 2013 den Urotherapeuten Ingo Krause und Andrea Naumann, Mitarbeiterin der Firma Wellspect Healthcare, bei uns begrüßen. Da bis zu 80% der MS Patienten im Laufe ihrer Erkrankung an Störungen der Blasenfunktion leiden, wollten wir uns darüber informieren lassen, welche Behandlungsmöglichkeiten es bei den unterschiedlichen Funktionsstörungen gibt.

Herr Krause verstand es ausgesprochen gut, dieses doch sehr sensible Thema ohne aufkommende Scham allen Zuhörern verständlich zu erläutern. So fiel es uns auch nicht schwer, direkte Fragen zu stellen, die er immer wieder sensibel und kompetent beantwortete. Er betonte, wie wichtig es ist, bei einem Urologen eine genaue Diagnose über die vorliegende Störung zu erhalten, denn erst dann kann eine gezielte Therapie durchgeführt werden. So lassen sich die Probleme bei einer vorliegenden Dranginkontinenz oftmals gut mit Medikamenten behandeln; gezieltes Beckenbodentraining kann bei der Belastungsinkontinenz sehr hilfreich sein. Und in anderen Fällen verhilft der intermittierendene Selbstkatheterismus zu Beschwerdefreiheit. So können auch spätere Nierenschäden vermieden werden.

Frau Naumann hatte genügend Informationsmaterial für die Anwesenden mitgebracht, um das Gehörte zuhause nachlesen zu können. Da Blasenstörungen oftmals mit Darmstörungen zusammenhängen, möchten wir auch dieses Thema aufgreifen und freuen uns, Herrn Krause am 13. September 2013 nochmals als Referent bei uns zu haben.

 


Tag der Begegnung – diesmal in Weidenau

Inzwischen schon ein fester Termin

Bei schönstem Wetter fand der 17. Tag der Begegnung statt, diesmal in Weidenau, weil der bisherige Veranstaltungsort, die Siegplatte im Zentrum von Siegen, bekanntlich nicht mehr existiert. Menschen MIT und OHNE Handicap nutzten viele Möglichkeiten, um Kontakte zu knüpfen, Information zu sammeln oder einfach nur für nette Gespräche. Rund 40 Vereine, Selbsthilfegruppen und Verbände stellten sich selbst und Ihre Arbeit mit und für behinderten Menschen vor. Ein sehr vielfältiges Bühnenprogramm mit Jonglage, akrobatischen Walk-Acts, Musik und Gesang sorgte für beste Unterhaltung und richtig gute Laune.

Und natürlich waren wir auch mit dabei:

Dank der großartigen Teamarbeit ganz vieler Gruppenmitglieder und zum Teil sogar von deren Angehörigen konnte sich unsere Gruppe mit einem tollen Stand präsentieren. Von der ersten Planung mit der Gestaltung neuer Plakate über den Standaufbau und der Standbesetzung bis hin zum Abbau haben ganz viele Menschen Hand in Hand gearbeitet und mitgewirkt. „Die Poststraße ist ein schöner Veranstaltungsort, viel besser als früher die
Siegplatte. Viele Besucher blieben stehen und haben unsere Plakate genau studiert. Der Stand wirkt auch viel offener und einladender als in den Vorjahren“ sagte unser Gruppenmitglied Renate Weber.

Weil die Gruppen näher zusammen standen, kam bei vielen Besuchern auch ein Gefühl der Gemeinschaft auf. Unser Stand ist bei den Mitgliedern und Besuchern wirklich super angekommen. Es haben sich jede Menge gute Gespräche mit Betroffenen und Inter-essierten ergeben. Unser Vorstandsmitglied Hans-Heinrich Hermann war voll des Lobes„Das Interesse an unserem Stand war groß und auf der Poststraße war immer was los.“ Sicherlich werden wir den Einen oder die Andere noch in unserer Gruppenstunde wiedertreffen, den oder die wir am Tag der Begegnung informieren, ermutigen und unterstützen konnten.

„Der Tag der Begegnung war für uns alle ein echter Erfolg, den wir nur dem tollen Zusammenhalt in der Gruppe zu verdanken haben!“ resümiert Ines Laesecke, die sich schon auf das nächste mal freut.


Spannende Mitgliederversammlung

Neu im Vorstand: Renate Weber und Ines Laesecke

Auch in diesem Jahr kamen zahlreiche Mitglieder zur Mitgliederversammlung in das Siegerlandzimmer der Siegerlandhalle. Birgit Rabanus gab einen Rückblick auf das abgelaufene Vereinsjahr und zählte verschiedene Aktivitäten auf, wie den Tagesausflug zum Wildpark Bad Marienberg und unsere Teilnahme am „Tag der Begegnung“ in Weidenau mit einem gut besuchten Informationsstand. Die beiden Arzt-Vorträge von Dr. Sebastian Schimrigk und Alexander Simonow über MS und die neuesten Therapiemöglichkeiten sowie der Vortrag des Urotherapeuten Ingo Krause zum Thema “Blasenfunktionsstörungen bei MS“ stießen auf viel Interesse. Natürlich gehörten auch wieder etliche telefonische oder persönliche Beratungsgespräche mit MS-Betroffenen und deren Unterstützung sowie die Öffentlichkeitsarbeit zu unseren wichtigsten Aufgaben.

Antje Hering gab einen Ausblick auf die noch kommenden Termine in diesem Jahr: Anfang Juli werden wir einen Tagesausflug in die ZOOM-Erlebniswelt Gelsenkirchen machen und nach der Sommerpause im August folgt ein Vortrag des Urotherapeuten Ingo Krause über Darmfunktionsstörungen bei MS. Im Oktober und November werden wir von Ulrich Feltkamp, dem ltd. Oberarzt der Intensivstation des Kreisklinikums Siegen, und Frank Klöckner von der Betreuungsbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein über das Thema „Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung“ informiert.

Die Kassiererin Cornelia Hummel stellte den Kassenbericht vor und erläuterte an einigen Beispielen die Ausgaben und Einnahmen. Anschließend berichtete der Kassenprüfer Horst Schäfer von der Kassenprüfung, die er zusammen mit Friedhelm Eickhoff durchgeführt hatte und die keine Beanstandung ergeben hatte. Nach einer kurzen Aussprache wurde der Vorstand entlastet.

Bei den anstehenden Wahlen wurde es spannend, denn es kandidierten mehr Mitglieder als Vorstandsämter zu besetzen waren. Der geschäftsführende Vorstand wurde im Amt bestätigt: Birgit Rabanus und Antje Hering bleiben 1. und 2. Vorsitzende, Nicole Fahrenkamp wurde als Schriftführerin und Cornelia Hummel als Kassiererin wiedergewählt. Beisitzerinnen wurden Sabine Ridder, Ines Laesecke und Renate Weber. Hans-Heinrich Hermann schied aus dem Vorstand aus und wurde mit Worten des Dankes verabschiedet. Die beiden Kassenprüfer wurden einstimmig wiedergewählt.

Birgit Rabanus freute sich, dass unsere Selbsthilfegruppe seit nunmehr acht Jahren besteht und in diesem Zeitraum ein enormes Programm „auf die Beine gestellt“ hat. Sie dankte in ihren abschließenden Worten den vielen Mitgliedern, die mit ihren guten Ideen und ihrem persönlichen Engagement diese erfolgreiche Arbeit des Vereins erst möglich gemacht haben.

Mitgliederversammlung1
Mitgliederversammlung2
Mitgliederversammlung3
Mitgliederversammlung4

Afrika - Asien - Alaska

Ausflug in die ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen

Anfang Juli war es wieder soweit: Der jährliche Tagesausflug stand auf dem Programm. Diesmal ging die Fahrt zur ZOOM-Erlebniswelt Gelsenkirchen. Rund 40 Gruppenmitglieder machten sich bei tollem Sommerwetter auf den Weg, um die 3 Tierwelten Afrika, Alaska und Asien auf besondere Weise kennen zu lernen.

Schon auf der Hinfahrt konnten sich alle am prall gefüllten Obstkorb, den Nicole für uns besorgt und vorbereitet hatte, reichlich bedienen; es war für jeden Geschmack etwas dabei. Kaum in Gelsenkirchen angekommen, erwartete uns auch schon das erste Highlight: Eine Erlebnisexpedition mit zwei Zoolotsen. Bei der 90-minütigen Führung haben wir viele spannende Informationen zu den Tieren und zur Entstehung des Zoos bekommen. Währenddessen holten die Lotsen immer wieder passende Anschauungsobjekte aus der großen Schultertasche, wie den verlorenen Backenzahn einer Giraffe, einen Stachelschwein-Stachel, eine Pfauenfeder, Scherben eines Straußeneies, verschiedene Fellbüschel oder einen vollständigen Schildkrötenpanzer.

Warum haben Zebras Streifen? Sind die Stacheln der Stachelschweine wirklich giftig? Und wie viele Halswirbel hat eine Giraffe? Diese und andere Fragen wurden bei der locker-lustigen Führung beantwortet. Am Ende durften wir uns sogar an den Tierfütterungen beteiligen und den Pavianen gekochte Kartoffeln zuwerfen oder die niedlichen Erdmännchen mit sehr lebendigen Mehlwürmern füttern. Das hat doch riesigen Spaß gemacht! Anschließend war noch reichlich Zeit, alleine oder in Gruppen durch den Zoo zu spazieren und die Tierwelten zu erkunden. Einige fuhren auf dem „Afrikasee“ mit dem Boot und konnten sich so Flusspferde, Nashörner und Flamingos aus der Nähe ansehen. Da das Wetter sehr sonnig und warm war, fanden sich immer wieder neue Gruppen an den verschiedenen Picknickplätzen zu einer kleinen oder großen Pause zusammen. Am späten Nachmittag ging es dann wieder im bequemen, klimatisierten Reisebus nach hause Richtung Siegerland.

Alle hatten an diesem Tag viel Spaß und den Ausflug richtig genossen.

Übrigens...
Wenn mehrere Zebras zusammen stehen, „verschwimmen“ deren Streifen optisch in der afrikanischen Hitze, sodass die Konturen der einzelnen Tiere nicht mehr erkennbar sind und ein Löwen-Angriff erschwert wird. Die Stacheln der Stachelschweine enthalten kein Gift, können aber durch anhaftende Bakterien schlimme Entzündungen verursachen. Und Giraffen haben 7 Halswirbel... genau wie wir.


Vortrag über Darmfunktionsstörungen bei MS

Urotherapeut Ingo Krause informierte sensibel über das (Tabu-)Thema

Mehr als 20 Gruppenmitglieder kamen zum Vortrag von Ingo Krause aus Karlsruhe, der schon im Frühjahr bei uns zu Gast war, um über Blasenfunktionsstörungen bei MS zu referieren. Beide Störungen treten oft kombiniert auf und können zu einer großen Beeinträchtigung im täglichen Leben führen.

Bei den Darmfunktionsstörungen wird zwischen der sogenannten Obstipation (Verstopfung) und der Stuhlinkontinenz (unwillkürlicher Stuhlverlust) unterschieden. Die am häufigsten auftretende Störung ist die Obstipation. Die Ursachen liegen vor allem in einer Störung der Transportfunktion des Darms oder in einer Fehlsteuerung des Darmschließmuskels. Anzeichen dafür können ein klumpiger oder harter Stuhl, starkes Pressen, das Gefühl, den Darm nicht komplett entleert zu haben, oder weniger als drei Stuhlgänge pro Woche sein. Ein Stuhlprotokoll und die Anamnese geben erste Informationen, um welche Funktionsstörung es sich handelt, und wie ausgeprägt sie ist. Bei Vorbeugung und Behandlung der Verstopfung spielt eine ausgewogene Ernährung, eine ausreichende Trinkmenge von ca. 2 l/Tag und möglichst viel Bewegung eine wichtige Rolle. Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend, kann durch den Einsatz von Zäpfchen, Klistieren und Medikamenten (z.B. Movicol) eine regelmäßige Darmentleerung erreicht werden.

Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der Stuhlinkontinenz um eine gestörte Speicherfunktion des Enddarms, durch die es zum unkontrollierten Abgang von Winden oder Stuhlgang kommen kann. Die Ursachen können z.B. eine gestörte Sensibilität in diesem Bereich oder ein schlaffer Analschließmuskel sein. Auch hier sind eine genaue Anamnese, das Führen eines Stuhltagebuchs und die körperliche Untersuchung die ersten diagnostischen Maßnahmen. Als nichtoperative Therapien stehen in diesem Fall eine< regelmäßige Darmentleerung, das Führen eines Darmtagebuchs, das Andicken des Stuhls durch schlackenarme Kost, Medikamente, Biofeedback und Beckenbodentraining für einen besseren Darmverschluss im Vordergrund. Erst bei Nichterfolg der konservativen Maßnahmen kommen operative Verfahren wie z.B. ein künstlicher Schließmuskel zum Einsatz. Als Spezialist für den ärztlichen Bereich ist der Proktologe für die Diagnostik und Therapie der Darmfunktionsstörung zuständig. Für eine Verbesserung der Lebensqualität ist sehr wichtig, den Darm und die Blase in ein Therapiekonzept einzubinden, das auch eine fachübergreifende neuro-urologische Versorgung umfasst.

Leider sind Stuhl- und Harninkontinenz auch heute noch oft ein Tabuthema. Sie führen bei den Betroffenen zu einem erhöhten Leidensdruck und zur Verschlechterung des Allgemeinbefindens. Richtig ist aber auch, dass beide Inkontinenzformen therapiert werden können. Der erste Schritt dazu ist ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt!

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Ingo Krause für seine anschaulichen Ausführungen und auch für die inhaltliche Zusammenfassung seines Vortrags, die er uns für diesen Bericht zur Verfügung stellte.


Vortrag: „Patientenverfügung“

Ulrich Feltkamp referierte und gab wertvolle Anregungen

Der leitende Oberarzt der Intensivstation des Kreisklinikums Siegen in Weidenau war auf unsere Anfrage hin sofort bereit, über dieses wichtige Thema zu informieren. Zu seinem Vortrag kamen über 30 Gruppenmitglieder und Gäste in den Atriumsaal der Siegerlandhalle.

Herr Feltkamp wies zunächst darauf hin, dass die drei Begriffe Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung genau differenziert werden müssen. Er ging insbesondere auf die Patientenverfügung ein: „Was ist eine Patientenverfügung und wer braucht sie? Wann gilt sie und wo endet sie? Wie sollte sie formuliert sein?“. Anhand einiger Beispiele erläuterte er die Paragraphen 1901a und 1904 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Der Referent, der bewusst weder Vordrucke, noch Broschüren mitgebracht hatte, wies darauf hin, dass man selbst formulieren und vor allem keine Floskeln verwenden sollte. Von großer Bedeutung sei es, Gründe anzugeben und konkrete Situationen und gewünschte Handlungen, sowie allgemeine Wertvorstellungen und Lebenswünsche zu beschreiben. Ebenfalls wichtig: die Existenz einer Patientenverfügung bekannt machen.

Im weiteren Verlauf seines Vortrages erklärte er die sogenannte Reichweitenbegrenzung und wies u.a. auf die Möglichkeit der Tätowierung hin: „DNR“ - Do not resuscitate, engl.: Nicht wiederbeleben. Sie gilt und es wird z.B. nach einem Unfall KEINE Wiederbelebung durchgeführt! Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass die Organspendebereitschaft z.B. zur künstlichen Beatmung, die der Betroffene eigentlich ausschließen wollte, führen kann. Schließlich gab Herr Feltkamp den Anwesenden wertvolle Tipps und Anregungen: „Werden Sie sich über Ihre Wünsche klar und sprechen Sie mit Ihren engsten Vertrauten. Lassen Sie sich beraten, vom Arzt, von Familienangehörigen. Benennen Sie konkrete Situationen und allgemeine Lebensgrundsätze. Finden und benennen Sie eine Vertrauensperson. Überlegen Sie regelmäßig neu. Und vergessen Sie nicht, Ihre Unterschrift zu erneuern.“ Er erklärte uns den Sinn einer notariellen Beurkundung (Grundbuchverkehr) und sprach auch über die Zulassung „freiheitsentziehender Maßnahmen“ (§ 1906 BGB).

Herr Uli Feltkamp gab einen sehr verständlichen und ausführlichen Überblick und auch für die Beantwortung der zahlreichen Fragen nahm er sich die notwendige Zeit. Wir bedanken uns nochmals sehr herzlich bei ihm! Das Thema „Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“ wird am 08.11.13 mit dem Referenten Herrn Frank Klöckner von der Betreuungsbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein fortgesetzt.


Unsere Jahresabschlussfeier

- gemütlich, lecker und unterhaltsam -

Die Planung für unsere Jahresabschlussfeier hatten die Vorstandsdamen eigentlich bereits im Mai des Jahres abgeschlossen. Doch dann erreichte uns im Herbst die Absage des gebuchten Restaurants und kurzfristig musste eine neue Lokalität gefunden werden, die eine Gruppe von 50-60 Personen einplanen kann, behindertengerecht ist und auch für alle gut erreichbar ist. Das war gar nicht so einfach. Glücklicherweise ergab die Suche, dass das Haus Patmos in Siegen-Geisweid alle Voraussetzungen erfüllt.

Und so konnten wir dann doch unseren
Jahresabschluss am 29. November 2013 feiern.

52 Mitglieder und einige geladene Gäste waren nach Geisweid gekommen, um gemeinsam einen schönen Abend zu verbringen. Nachdem unsere erste Vorsitzende Birgit Rabanus alle herzlich begrüßt hatte, gab sie einen „Mini-Jahresrückblick“ und zählte einige der Aktivitäten auf: „Tag der Begegnung“, ZOOM-Erlebniswelt Gelsenkirchen, REHA CARE in Düsseldorf, Infostand am Wander-Wochenende. Vier Vorträge zu speziellen Funktionsstörungen bei MS und Informationen zum Themenkomplex „Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung“ mit kompetenten Referenten stießen auf großes Interesse. Sie ermunterte die Mitglieder, Ideen und Wünsche für das kommende Jahr jederzeit auszusprechen.

Im Anschluss kamen nette Grußworte von Rainer Damerius, Behindertenbeauftragter der Stadt Siegen, und Cornelie Schwertfeger von der Wandergemeinschaft, die jedes Jahr die Wanderung „Gesunde wandern für Kranke“ veranstaltet. Sie bedankte sich für unsere stete Anwesenheit mit einem Info-Tisch an den Wander-Wochenenden und übergab eine Ehrenurkunde an Renate Weber, die sich als einzige Rollstuhlfahrerin an der Wanderung beteiligt hatte.

Für festliche und unterhaltsame Stimmung sorgte Elke Rehberg mit einigen Musikstücken, die sie auf dem Klavier spielte. Nach der „Schlacht“ am reichhaltigen und sehr leckeren Buffet gab es eine Fotopräsentation von Conni Hummel mit Bildern ab 2005, unserem Gründungsjahr, bis hin zu den erst vor wenigen Tagen gehörten Vorträgen. Für die neueren Mitglieder waren die „alten“ Bilder spannend und interessant, konnten sie hier auch mal einen Blick in die erste Zeit des Vereins werfen. Bei den Gründungsmitgliedern riefen die Erinnerungen an die „alten“ Zeiten einige Lacher und wehmütige Seufzer hervor. Gegen 22:00 Uhr löste sich die Feier-Gesellschaft dann allmählich auf und trat die Heimreise an. Hiermit ging die MS-Selbsthilfegruppe in die wohlverdiente Winterpause.

Wir wünschen allen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest
und ein gutes, gesundes Neues Jahr 2014!

 

 

 

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