Einen umfangreichen Tätigkeitsbericht trugen die erste Vorsitzende Birgit Rabanus und deren Stellvertreterin Edith Masloch über die ersten beiden Jahre seit der Vereinsgründung vor. Danach konnte die Kassiererin Karin Harrie einen einwandfreien Kassenbericht vorlegen, der ohne Beanstandungen von den Kassenprüfern Horst Schäfer und Bernhard Stötzel abgenommen worden war. Es wurde Wert darauf gelegt, dass alle Geldeingänge und Ausgaben für die Vereinsmitglieder transparent und nachvollziehbar waren.
Die beiden Vorsitzenden und die Kassiererin sowie Nicole Fahrenkamp als Schriftführerin wurden im Amt bestötigt. Als Beisitzer wurden Antje Hering, Beate Weber und Christoph Kraft wiedergewählt. Die Aufgabe der Kassenprüfung werden Horst Schäfer und Friedhelm Eickhoff übernehmen.
Die geleistete Arbeit des Vorstandes wurde ausdrücklich von den anwesenden Mitgliedern gewürdigt. Die wichtigste Aufgabe unserer Gruppe, der inzwischen über 80 Mitglieder angehören, ist die gegenseitige Unterstützung und Hilfe. So stehen sowohl alle Vorstandsmitglieder, als auch einige andere Gruppenangehörige bei Fragen rund um die MS stets zur Verfügung.
Strategien zur Krankheitsbewältigung finden, Ängste abbauen, informieren über Therapiemöglichkeiten oder umfassende Basisinformation an Neuerkrankte weitergeben sind Beispiele der Hilfen für MS-Betroffene und ihre Angehörigen. Geht es einem Betroffenen schlecht, versuchen die anderen Gruppenmitglieder, mit Gesprächen Kraft und Zuversicht zu geben und Hilfen aufzuzeigen.
Denn unser Motto lautet: Gemeinsam sind wir stark!
Bei angenehmen Juni-Temperaturen lockte ein tolles, unterhaltsames Bühnenprogramm zahlreiche Interessenten am "Tag der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung" zu den verschiedenen Ständen der Selbsthilfegruppen und Behindertenverbände in die Siegener Innenstadt und auf die Siegplatte. Durch die tatkräftige Hilfe vieler Gruppenmitglieder beim Auf-und Abbau unseres Infostandes, die zahlreichen leckeren Kuchenspenden und die prima Standbesetzung war unsere Teilnahme wieder ein voller Erfolg!
Den Kaffee und Kuchen konnten die Besucher an einem kleinen gedeckten Tisch vor unserem Stand genießen und einige "trauten" sich dabei an das Informationsmaterial über MS heran, das an unserem Stand auslag. In diesem Jahr boten wir erstmals den Verkauf von Losen der "Glückspilzlotterie" der Wohlfahrtsverbände an, bei der zahlreiche Geldgewinne lockten. Die Ausstellung zeigte selbstgestaltete Plakate zum Thema Multiple Sklerose, Leben mit Behinderung und die alltäglich Barrieren sowie Informationen zur Arbeit unserer Selbsthilfegruppe. Uns hat es viel Spaß gemacht, sodass wir im nächsten Jahr bestimmt wieder dabei sein werden.
Seit Juli 2006 bieten wir regelmäßig eine Beratungsstunde für MS-Betroffene und deren Angehörige an. Die Beratung findet an jedem dritten Donnerstag des Monats in der Zeit von 16.00-18.00 Uhr in den Räumen der "Diakonie in der City", Friedrichstr. 27 in Siegen statt.
Zwei kompetente Gruppenmitglieder beantworten Fragen rund um die Erkrankung Multiple Sklerose. Aus eigener Erfahrung wissen wir, welche Fragen und Probleme die Diagnose MS aufwerfen kann. Betroffene haben die Gelegenheit, vorhandene Ängste anzusprechen; diagnostische und therapeutische Möglichkeiten können in Ruhe besprochen werden. MS-Betroffene, Angehörige und alle, die Fragen zu Multiple Sklerose haben, können uns in der angegebenen Zeit anrufen (0271-500 31 15) oder auch ohne Anmeldung vorbeikommen.
Der zweite MS-Informationstag, den wir gemeinsam mit dem Verband für Qualitätsentwicklung in Neurologie und Psychiatrie (QUANUP e.V.) veranstalteten, zog zahlreiche MS-Betroffene, deren Angehörige und Freunde, aber auch Ärzte und Therapeuten in die Weidenauer Bismarckhalle. Planung und Organisation der Veranstaltung teilten sich Birgit Rabanus, Edith Masloch, Karin Harrie und Nicole Fahrenkamp (alle selbst an MS erkrankt) und der niedergelassene Neurologe Alexander Simonow aus Herborn.
Siegens stellvertretende Bürgermeisterin, Angelika Flohren und der Beauftragte für Behindertenfragen der Stadt Siegen, Rainer Damerius betonten in ihrem Grußwort, wie wichtig diese Veranstaltung sei, und lobten das außerordentliche Engagement der Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe, die trotz der eigenen Erkrankung ehrenamtlich andere MS-Betroffene in vielfältiger Weise unterstützten.
Peter Wittenhorst, der frühere Chefarzt der Schloßbergklinik in Bad Laasphe, erörterte in seinem Referat sehr ausführlich die unterschiedlichen Verlaufsformen der Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten. Dr. Markus Heibel, Chefarzt der Sauerlandklinik Hachen, schilderte, welche Hilfen es für die verschiedenen Symptome der MS, z.B. bei einer Spastik, gibt. Der Mediensoziologe Raimund Klauser, tätig beim Institut für Medienforschung der Universität Siegen, zeigte auf, welches Bild der MS durch den Einfluss von Film und Fernsehen bei der breiten öffentlichkeit entsteht, und hinterfragte, ob dieses auch der Realität entspricht.
Alexander Simonow, der regelmäßig eine MS-Sprechstunde anbietet, informierte über die Erfahrungen in seiner Praxis und ging dabei besonders auf Ängste und Irrtümer ein. Privatdozent Dr. Christoph Heesen, Oberarzt am Universitätskrankenhaus Hamburg, berichtete über eine Studie, bei der MS-Patienten nach umfangreicher Schulung gemeinsam mit dem Arzt entscheiden können, welche Therapie zu welchem Zeitpunkt für sie in Frage kommt.
Antje Hering und Alexandra Schnoor führten mit dem MS-betroffenen Karikaturisten Phil Hubbe aus Magdeburg ein Interview, bei dem er über seine "behinderten Cartoons" und Reaktionen darauf berichtete. Seine Bücher und Kalender konnten auch gekauft und auf Wunsch von ihm signiert werden.
Dr. Markus Krumbholz, tätig im Bereich Neuroimmunologie am Max-Planck-Institut in München, brachte dem Publikum in verständlichen Worten das komplizierte Geschehen des Entstehens der MS nahe. Erst durch diese Forschung sei es möglich, wirksame neue Therapien zu entwickeln und so eventuell in Zukunft eine Heilung der bis jetzt unheilbaren Erkrankung zu ermöglichen.
Die Zuhörer hatten stets die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen, und viele taten dies auch. In den Pausen konnten die Besucher an verschiedenen Infoständen zusätzliche Informationen erhalten und sogar verschiedene Hilfsmittel ausprobieren.