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23.11.2017 15:27 Alter: 56 days

Antihistaminikum beschleunigt Nervenleitung in der Sehbahn


San Francisco – Die Behandlung mit Clemastin, einem Antihistaminikum der ersten Generation, das heute in Apotheken rezeptfrei erhältlich ist, hat in einer randomi­sierten doppelblinden Phase 2-Studie im Lancet (2017; doi: 10.1016/S0140-6736(17)32346-2) die Leitungsgeschwindigkeit in der Sehbahn beschleunigt. Ein günstiger Einfluss auf die Sehstärke verfehlte das Signifikanzniveau.

Ein Forscherteam der University of California in San Francisco hatte bei einem früheren Screening entdeckt, dass das ältere Antihistaminikum Clemastin Oligodendrozyten in Zellkulturen zur Bildung von Myelin stimuliert. Diese Entdeckung, die inzwischen von einer weiteren Forschergruppe bestätigt wurde, veranlasste das Team um Ari Green zur Durchführung einer Phase 2-Studie, an der zwischen Januar 2014 und April 2015 50 Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose teilnahmen.

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Es bleibt abzuwarten, ob die Forscher eine aussagekräftige Phase 3-Studie zustande bringen. <br>Dass Clemastin als älteres Mittel keinen Patentschutz hat, dürfte die Suche nach einem Sponsor erschweren. Firmen haben in dieser Situation kein Interesse. Die Durchführung einer placebokontrollierten Studie dürfte durch die freie Verfügbarkeit von Clemastin erschwert werden. Die Nebenwirkungen von Clemastin, eine leichte Sedierung, sind so offensichtlich, dass ihr Ausbleiben die Patienten der Placebogruppe veranlassen könnte, sich das Mittel aus eigener Tasche in der Apotheke zu besorgen. 

Bericht im Aerzteblatt.de vom 12. Oktober 2017